Verein für ambulante Palliativ-Versorgung: Das Leiden aktiv lindern

Hilfe für Schwerstkranke: von links Vorstandsmitglied Dr. Heidi Schoppenhorst, Bettina Nickel (Palliativpflegefachkraft und Koordinatorin), Vorsitzender Dr. Wolfgang Weber, Schatzmeister Daniel Schote, Spender Hanifi Ögretmen, Vorstandsmitglied Lars Viereck, Werner Wieland (stellvertretender Vorsitzender) und Anja Reitz (Palliativpflegefachkraft). Foto:  privat

Schwalm-Eder. Menschen, die bald sterben werden, weil sie an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und bereits weit fortgeschrittenen Krankheit leiden, finden jetzt Hilfe beim Verein „Spezielle ambulante Palliativ-Versorgung im Schwalm-Eder-Kreis“ (SAPV). Ziel des Vereins ist es, das restliche Leben in den eigenen vier Wänden so erträglich wie möglich zu gestalten.

„Wir sind kein Pflegedienst im klassischen Sinne und auch kein Hilfsorgan für medizinische Leistungen“, erklärt Werner Wieland. „Wir wollen nicht die Pflege übernehmen, sondern unterstützen.“

„Wir wollen nicht die Pflege übernehmen, sondern unterstützen.“

Er sieht die SAPV als Puzzleteil im Mosaik mit ambulanten Versorgungsstrukturen aus niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten und ambulanten Hospizdiensten. 85 Prozent der Menschen, die die Unterstützung des Vereins in Anspruch nehmen, sind Krebspatienten. Seit September begleiteten die Mitglieder des SAPV über 40 Frauen und Männer im Landkreis auf deren letzten Lebensabschnitt. Sie alle hatten den Wunsch, in ihrer gewohnten Umgebung sterben zu können.

Vermittelt wird die Hilfe des Vereins zumeist telefonisch vom Hausarzt, Facharzt oder Krankenhaus. Nach Rücksprache mit dem Betroffenen fährt dann die hauptberufliche Koordinatorin des Vereins, Bettina Nickel, Krankenschwester und Palliativpflegefachkraft, zu den Patienten nach Hause.

Sie berät und koordiniert die Zusammenarbeit des Vereins mit Haus- und Fachärzten sowie dem regulären Pflegedienst. Sie stellt auf Wunsch auch den Kontakt zu einer Hospizgruppe her, der die psychosoziale Betreuung der Schwerstkranken übernimmt. Oder sie berät, falls bislang kein Pflegedienst in Anspruch genommen wurde, über medizinische Hilfsmittel wie Pflegebett oder Nachtstuhl.

Danach folgen durch den SAPV Besuche eines Palliativmediziners und einer Palliativpflegefachkraft, die den Patienten in aller Regel mit einer Schmerztherapie betreuen.

Die Palliativpflegefachkräfte werden entweder von kooperierenden ambulanten Pflegediensten zur Mitarbeit im SAPV-Team stundenweise freigestellt oder sie sind direkt beim Verein angestellt.

„Zusätzlich zu den Betroffenen profitieren auch die Helfer davon“, sagt Lars Viereck, Mitarbeiter des Pflegedienstes Marion Viereck in Melsungen. Für den regulären Pflegedienst, der vielleicht keine eigene Palliativpflegefachkraft habe, sei die spezielle Unterstützung eine Entlastung. Für die betreuenden Hausärzte sei es eine Hilfe, bei der Versorgung von Schmerzpatienten auch einen Palliativmediziner mit im Boot zu wissen. Hinzu kommt, dass der Verein dem Palliativteam des Roten-Kreuz- Krankenhauses in Kassel angegliedert ist und so eine professionelle 24-stündige Hintergrundunterstützung bereit gestellt wird. (red/bmn)

Quelle: HNA

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