Verein Auxilium kümmert sich seit 25 Jahren um Krebskranke

Organisieren auch Lesungen: Wie hier mit der Autorin Annette Rexrodt von Fircks (Mitte), links Regina Kress und Hilde Schulte.

Neukirchen. Emotionale, aber auch ganz praktische Hilfe erfahren Krebskranke und deren Angehörige seit 25 Jahren beim Verein Auxilium in Neukirchen.

Vorstand und Mitglieder wollen das Jubiläum in der kommenden Woche feiern.

Gründer des Vereins ist Prof. Dr. Hans Helge Bartsch. Er war 1991 ärztlicher Direktor und Onkologe im Reha-Centrum Urbachtal. Als Modellprojekt setzte es sich der Arzt zum Ziel, Krebspatienten nach Klinik und Therapie weiter psychosozial zu betreuen.

Konsequenter Schritt

Schon damals mahnte der Arzt, Lücken im Versorgungssystem zu schließen und warb für mehr Zeit für die Sorgen von Betroffenen. „Die Gründung war damals ein konsequenter Schritt, den Sorgen und Bedürfnissen von Betroffenen und Angehörigen eine Plattform sowie ergänzende Hilfen zu geben“, sagt der Mediziner. Es entstanden eine häusliche Krankenpflege für Tumorpatienten, anfangs noch ehrenamtlich, Gesprächskreise, eine Sportgruppe, kunsttherapeutische Angebote. „Die Anbindung an das Reha-Zentrum war perfekt“, erklärt die Geschäftsführerin Hilde Schulte, die sich seit 1993 in der Frauenselbsthilfe nach Krebs engagiert. Von 2003 bis 2009 war sie Bundesvorsitzende.

„Die Unterstützung in der Bevölkerung war groß: Es gab Benefizkonzerte und 1995 die Auszeichnung mit dem Paul-Dierichs-Preis“, erklärt Vorsitzende Regina Kress.

1998 musste der Verein mit der Schließung des Reha-Centrums einen spürbaren Verlust hinnehmen. Die Kurhessenstraße wurde 2000 der Standort für die neue Geschäftsstelle von Auxilium. Anforderungen der Pflegekasse forderten Umstrukturierungen: Im Juni 2010 trennte man in zwei Bereiche - den Auxilium Verein und einen Pflegedienst. Ein professioneller Anbieter übernahm den Dienst. In 2012 wurde der Pflegedienst aufgelöst. „Die Einnahmen brachen weg, der Verein war kaum noch zu halten“, erklärt Schulte.

Der Vorstand entschied: „Wenn wir loslassen, was nicht zu halten ist, können wir Neues anpacken.“ Man habe sich die Frage gestellt, ob Auxilium noch nötig sei. „Der Vereinszweck, die Versorgung von Krebspatienten in der Region zu verbessern, hat heute noch seine Berechtigung“, sind Hilde Schulte und Regina Kress überzeugt.

Die neuen Schwerpunkte der Arbeit sollen dabei Prävention und Früherkennung sein - wie das Projekt der HPV-Impfung in Schulen. (sro)

Quelle: HNA

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