Ein Verein ohne Vorstand 

Traditionsclub VfB Schrecksbach sucht verzweifelt neuen Vorsitzenden

Schrecksbach. Der Posten des Vorsitzenden beim VfB Schrecksbach muss neu besetzt werden, doch das Ehrenamt möchte niemand übernehmen. Das bestätigte der derzeitige Vorsitzende Andreas Jäckel auf HNA-Nachfrage.

Am Sonntag hatten sich die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung im Vereinsheim getroffen. Der gesamte Führungsriege muss neu gewählt werden. Auf der Tagesordnung hatten Neuwahlen des VfB-Vorstandes sowie der Kassenprüfer gestanden. Es gab einen Vorschlag für den Posten des Vorsitzenden, der Vorgeschlagene stellte sich allerdings nicht zur Wahl. Doch ohne einen neuen ersten Mann im Verein wurde auch der restliche Vorstand nicht gewählt, obwohl es für die anderen Posten bereits Kandidaten gibt.

Andreas Jäckel übernahm vor zwei Jahren das Amt des Vorsitzenden, seit zwölf Jahren engagiert sich der 33-Jährige bereits im Vorstand. Aus beruflichen Gründen muss er den Posten nun abgeben: „Ich kann den Verein nicht mehr so führen, wie ich mir das vorstelle.“ Bei einer Sechs-Tage-Woche fehle ihm dafür einfach die Zeit. Auch den anderen Vorstandsmitgliedern geht es ähnlich, so Jäckel.

So steht nun am 14. Februar eine außerordentliche Mitgliederversammlung beim Verein für Bewegungsspiele an. Dort wollen die Mitglied erneut versuchen, einen Vorsitzenden und Vorstand zu wählen. Klappt dies wieder nicht, wird nach vier Wochen nochmals eine Sitzung angesetzt. Theoretisch kann sich dieses Prozedere bis ins Unendliche ziehen, doch irgendwann steht dann die Auflösung zur Diskussion. Bis ein neuer Vorsitzender gefunden ist, führt Andreas Jäckel den Verein weiter.

Er plädierte für die Zukunft des VfB, dem Verein, dem er seit 1986 angehört: „Ich wünsche mir, dass jemand in die Bresche springt.“ Zuletzt hätten nur drei Personen wirklich die Geschicke im 670 Mitglieder starken Verein geführt. „Da stumpft man irgendwann ab“, sagte Jäckel.

„Leider stehen immer mehr Vereine vor dem Problem, die Vorstandsposten nicht oder nur schwer besetzen zu können“, fügt Andreas Jäckel an. Er hofft nun, dass sich für seinen Traditionsverein eine engagierte Person zur Wahl stellt. Gespräche mit Kandidaten habe er bereits geführt.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Kasiewicz

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