Innerhalb von fünf Jahren sank die Zahl um 30 Prozent

Vereine: Dramatischer Mitglieder-Rückgang

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Wolfhager Land. Immer weniger Menschen engagieren sich in den Vereinen. „Die Zahlen, die jetzt der Landessportbund vorlegte, sind dramatisch“, sagt der Vorsitzende des Sportkreises Region Kassel, Roland Tölle.

Innerhalb von fünf Jahren ging die Zahl der Ehrenamtlichen landesweit um 30 Prozent zurück: Von 200.000 auf 140.000. Auch im Wolfhager Land leiden einige Vereine unter der Entwicklung. So sucht man beim TSV Zierenberg seit geraumer Zeit nach einem Vorsitzenden, momentan muss der 600 Mitglieder starke Verein kommissarisch geführt werden. Vielfach ist es die Ü60-Generation, die das Vereinsleben überhaupt am Laufen hält. Beruflich stark eingespannt, oft mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, engagieren sich viele Jüngere in ihrer Freizeit oft nicht mehr in Vereinen, obwohl sie sich ihnen verbunden fühlen. Manche können nur am Wochenende verlässlich planen - und da ist dann oft die Familie, die ebenfalls Zeit beansprucht. Für kurzfristige Projekte steht dieser Personenkreis zur Verfügung, langfristige Aufgaben können sie aber nicht übernehmen, sagt Tölle.

Doch während in Sportvereinen die ältere Generation oftmals durch ihr Engagement für ein Überleben sorgt, ist es bei Chören etwa häufig umgekehrt. Durch eine Überalterung droht einigen Gesangvereinen das Aus.

In Elbenberg ruht das Leben des Gemischten Chores seit gut einem halben Jahr. „Uns fehlt einfach der Nachwuchs, bei den aktiven Sängerinnen und Sängern haben wir ein Durchschnittsalter von 76 Jahren“, sagte Vereinsvorsitzender Walter Meyer. Damit ging eine 150-jährige Gesangs-Ära in Elbenberg mit viel Wehmut zu Ende. Sportkreisvorsitzender Tölle wirbt für ein Engagement im Verein: Ein Gemeinschaftserlebnis sei anderswo nur schwerlich zu finden.

„Wir sollten nicht nur über das Mühsal reden, sondern auch über den Spaß sprechen.“

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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