Neuentaler Gewerbetreibende beklagen mangelnde Informationen über Supermarkt

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Vereint im Protest: Die Neuentaler Gewerbetreibenden, vorn von links Hans-Peter Theis, Michael Möller, August Schmidt, Christian Lingemann, hintere Reihe Erhard Klitsch, Uwe Groh und Horst Brandt, klagen über mangelnde Informationen des Bürgermeisters.

Neuental. Von einer Unterversorgung könne in Neuental keine Rede sein, sind sich Fleischer, Bäcker, Selbstvermarkter und der Betreiber eines Lebensmittelsmarktes einig.

Deshalb sprechen sie sich auch gegen einen geplanten Supermarkt im Gewerbegebiet in Bischhausen aus, auch wenn der Zentralausschuss der Regionalversammlung das Vorhaben erst einmal gestoppt hat.

Was die zur Interessensgemeinschaft Nahversorgung Neuental zusammengeschlossenen Gewerbetreibenden besonders ärgert, ist, dass sie darüber keine Informationen von Bürgermeister Kai Knöpper erhalten haben. Für sie ist das „ein schlechter Stil im Umgang mit den Gewerbetreibenden“. Dabei sei mancher Betrieb schon 70 und 80 Jahre in Neuental ansässig und trage zur Versorgungsstruktur in der Gemeinde bei. Die werde mit den Supermarkt-Plänen gefährdet, sagen sie. „Die Neuentaler sind mit den Einkaufsmöglichkeiten und der Lebensqualität zufrieden“, sagt Erhard Klitsch, der in Neuental eine Metzgerei betreibt.

Auch für ältere Menschen, die nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren können, sei die Versorgung sichergestellt, meint Hans-Peter Theis, Inhaber eines Lebensmittelmarktes in Zimmersrode. Er fürchtet, dass durch den geplanten Supermarkt seine Kundschaft ausgegrenzt wird.

Von einer Konkurrenz durch den Supermarkt wollen die Gewerbetreibenden nicht sprechen. „Ich lebe schon lange von meinem Betrieb und kann auch mit Konkurrenz umgehen“, sagt der Waltersbrücker Metzger Uwe Groh. Allerdings, Angebote, wie sie an den Fleischtheken der Supermärkte an der Tagesordnung seien, könnten er und seine Kollegen nicht bieten. „Da werden gut funktionierende Strukturen kaputtgemacht“, kommentiert Groh.

Einig sind sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft Nahversorgung Neuental, dass das Vorgehen Knöppers, ohne Information einen Supermarkt ansiedeln und nun eine Petition im Landtag einreichen zu wollen, eine „schallende Ohrfeige für die Gewerbetreibenden ist“.

Den Unmut der Geschäftsleute könne er verstehen, sagt Bürgermeister Knöpper auf Anfrage der HNA. „Allerdings muss ich über den Tag hinaus die Versorgung von Neuental bedenken“. Und da müsse er so handeln, wie er es getan habe, damit in 15 bis 20 Jahren die Einwohner Neuentals auch noch vor Ort einkaufen können.

Über die Ansiedlung des Supermarktes habe er nicht im Detail sprechen können, weil mit dem Investor Stillschweigen vereinbart worden sei. Neu allerdings seien die Pläne im Gewerbgebiet Bischhausen nicht. Im Juni vergangenen Jahres habe das Parlament die Bauleitplanung beschlossen. „Nachfragen seitens der Gewerbetreibenden hat es nicht gegeben“, sagt Knöpper.

Quelle: HNA

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