Sonja Liebsch und Nives Mestrovic lasen in Melsungen

Der verflixte Alltag

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Muttertier und Rabenmutter: Sonja Liebsch (links) und Nives Mestrovic lasen in der Buchhandlung Bernecker aus ihrem neuen Roman „Muttertier @n Rabenmutter“. Helga Fischer-Lang (rechts) bedankte sich mit Ahler Wurscht und Melsunger Hochprozentigem.

Melsungen. „Jetzt wird‘s langsam eng und mollig warm“, meinte Helga Fischer-Lang von der Buchhandlung Bernecker. Schon 15 Minuten vor dem Beginn der Autorenlesung mit Sonja Liebsch und Nives Mestrovic waren am Donnerstagabend alle Plätze besetzt.

70 Gäste lauschten den Autorinnen, die ihren Roman „Muttertier @n Rabenmutter“ vorstellten. Und weil eine gelbe Ente den Umschlag des Buches ziert, hatten Helga Fischer-Lang und ihr Team die Buchhandlung mit über 70 kleinen Enten liebevoll geschmückt – rot, gelb, grün, blau und lila.

Die Autorinnen brachten die Zuhörer mehrfach zum Lachen. Mutterglück in „Rhein“-Kultur – so beschreiben die beiden Frauen ihren ersten Roman. Maxi und Hanna – die beiden Hauptpersonen – haben zehn Jahre nichts mehr voneinander gehört. Dabei waren die beiden Rheinländerinnen bis zu Maxis Hochzeit beste Freundinnen. Ausgerechnet beim Surfen im Internet treffen sie sich wieder.

Ein paar E-Mails später stellen sie fest, dass sie inzwischen wieder einiges gemeinsam haben: Einen ganzen Stall voller Blagen, Dauerstress im Alltag und keine Aussicht auf ein geregeltes Einkommen.

Die zwei sind sich wieder einig: Für ihr Mutterglück brauchen sie schnell einen gesicherten Job. Probleme, mit denen jede Mutter einmal konfrontiert wird, beschreiben Maxi und Hanna. „Viele Mütter rechnen gar nicht mit den Problemen“, sagt Sonja Liebsch: „Warum wird so wenig darüber gesprochen?“

Ein Beispiel: Warum wird man nach drei Jahren Elternzeit vom Arbeitgeber nicht mit offenen Armen empfangen, wie man sich das gewünscht hatte? Schließlich hat man dem Unternehmen schon viele Jahre treu gedient.

Warum bietet der kinderlose Personalchef der Produktmanagerin, die vor dem Mutterglück erfolgreich eine Abteilung geleitet hat, eine Stelle im Versand an mit der Begründung, das Kindergeld schaffe doch den Ausgleich?

Man wolle nicht jammern, sagt Autorin Sonja Liebsch, sondern zeigen, dass nicht alles ganz easy zu managen ist. „Unser Buch ist recht witzig geschrieben“, fügt sie hinzu. Es geht ums Kochen, das Stillen, Telefon-Sex, studierte Super-Muttis, Gladbacher Möhrengemüse, Kindergärten, die Musikschule. Und ums Geld und eine glückliche Zukunft der Kinder, die auch in der Krabbelgruppe beginnt.

Von Manfred Schaake

Buchdaten: Sonja Liebsch/Nives Mestrovic - Muttertier @n Rabenmutter, 280 Seiten, 9,90 Euro

Quelle: HNA

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