Hoffnung für Mitarbeiter

Upländer Bauernmolkerei: Verhandlungen noch nicht am Ende

Geht es weiter? Laut Upländer Bauernmolkerei laufen noch Verhandlungen.

Neukirchen. Upländer Bauernmolkerei wieder im Aufwind: So beginnt eine Pressemitteilung der Milcherzeugergemeinschaft vom Mittwoch. Der Milchpreis für die Bauern der Erzeugergemeinschaft werde wieder auf mindestens 40 Cent pro Kilo Milch steigen.

Das erklärten Vorstand und Geschäftsführung bei der jüngsten Mitgliederversammlung, die in Alsfeld stattfand.

Für das Käsewerk in Neukirchen meldete die Upländer verhalten Positives: Zurzeit laufen Verhandlungen über einen Verkauf des Käsewerks. Die Chancen stehen gut, dass in Neukirchen demnächst wieder produziert wird und zumindest ein Teil der Mitarbeiter dort eine neue Arbeit finden wird, heißt es in der Mitteilung von gestern wörtlich.

Die Mitglieder der Milcherzeugergemeinschaft Hessen betreiben seit 1996 die Upländer Bauernmolkerei in Willingen-Usseln. Im Januar 2011 hatte die Erzeugergemeinschaft als weitere Betriebsstätte die Molkerei in Neukirchen der Hochwald Foods GmbH übernommen. Mit der ebenfalls übernommenen konventionellen Käseproduktion seien dauerhaft Verluste erwirtschaftet worden, so die Pressemitteilung weiter, „der Aufbau des Biokäse-Marktes verlief langsamer als geplant“. Wie berichtet wurde im März Insolvenz angemeldet. „Die Preise im konventionellen Markt sind sehr niedrig. Mit den Preisen der Discounter konnte das Werk in Neukirchen nicht überleben“, wiederholte jetzt der Vorstandsvorsitzende Josef Jacobi.

In dem Neukirchener Werk sind 44 Frauen und Männer beschäftigt, darunter ein Auszubildender. Zuletzt hatte Insolvenzverwalter Reinhard Bohlig (Korbach) gegenüber der HNA geäußert, er rechne Anfang Mai mit einer Entscheidung der Interessenten für die Käserei. Das scheint sich nun hinzuziehen.

Die Berliner Tageszeitung (Taz) hatte kürzlich gemeldet, in den beiden Jahren seien im Werk Neukirchen 3,6 Mio. Euro Verlust gemacht worden. Vorsitzender Jacobi und der Chef des beauftragten Beratungsunternehmens schieben sich laut des Berichts gegenseitig die Schuld dafür zu, dass die schweren Probleme nicht früher erkannt worden seien, etwa, dass auch auch nach zwei Jahren nur 10 Prozent des produzierten Käses die lukrative Bioqualität hatten. Rund 20 Mio. Liter Milch wurden in Neukirchen jährlich verarbeitet, die Kapazität ist drei Mal so groß.

Nach Informationen der Taz erhielten die Bauern der Erzeugergemeinschaft im Februar 22 Cent pro Kilo (minus 18 Cent), im März 36 Cent, im April 38 Cent. Das sei weniger als der deutsche Durchschnitt.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

Kommentare