Lokführerstreik: Friedhelm Dickel wartete lange auf Kosten-Rückerstattung

+
Bahnfahrt mit Hindernissen: Erst nach vielen Mails erhielt Friedhelm Dickel den Fahrpreis für den ausgefallenen Cantus-Zug zurück.

Melsungen. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das kann nun auch der Melsunger Friedhelm Dickel. Allerdings nicht allein von der Reise per Bahn an die Ostsee, sondern von dem, was danach kam.

Wegen des Lokführerstreiks bei der Cantus-Bahn musste er die Fahrt nach Wilhelmshöhe ausfallen lassen und kämpfte dann um die Rückerstattung des Fahrpreises für sich und seine Frau. Dabei verirrte er sich im Netz von Deutscher Bahn, Nordhessischem Verkehrsverbund und Cantus.

Dabei ist dem 62-Jährigen nur ein kleiner Fehler unterlaufen: Er hat den NVV per Mail über seine Bitte angeschrieben und nicht direkt die DB. Die wäre zuständig gewesen, denn er hatte seine Fahrkarte über die DB-Seite online gebucht und ausgedruckt.

Vom NVV erhielt er eine Absage. Man bedauere die Unannehmlichkeiten, aber man habe schließlich wegen des Streiks auf der Homepage des NVV den Notfahrplan veröffentlicht und „somit alles getan, um unseren Kunden rechtzeitig eine entsprechende Planung zu ermöglichen.“ Über den Notfahrplan hatte sich der Melsunger informiert und festgestellt: Es gibt keine passende Bahnverbindung, um am frühen Morgen den ICE in Kassel-Wilhelmshöhe zu erreichen.

Nicht nur diese Zeilen des NVV ärgerten den Melsunger, sondern auch der Nachsatz, dass die Erstattungsregelung nur für Meldungen gelte, die innerhalb von drei Tagen eintreffen. Wie aber hätte Friedhelm Dickel das bewerkstelligen sollen? Schließlich war er in Urlaub, hat sich aber nach seiner Rückkehr gleich um die Erstattung für sich und seine Frau Christa gekümmert

Schließlich wandte er sich an die HNA und diese direkt an Cantus. Dort versprach man, der inzwischen recht verfahrenen Geschichte nachzugehen.

Mit Erfolg. Friedhelm Dickel bekam postwendend sein Geld, nämlich 12,40 Euro für die Fahrt, die die mit dem Cantus für zwei Personen gekostet hätte - und ein Versöhnungsgeschenk samt Entschuldigungsschreiben für die Unannehmlichkeiten dazu. Allerdings auch mit dem Hinweis auf die Drei-Tage-Frist. Cantus-Pressesprecher Ralf Winkler: „Herr Dickel hat einfach Pech gehabt.“

Beim NVV sieht man das anders, denn der Nahverkehrsverbund ist laut Steffen Müller, stellvertretender Pressesprecher, unter anderem auch für Cantus zuständig. Und beim NVV gelten ganz andere Regeln als bei der Bahn AG.

Mehr dazu in der Print-Ausgabe der Melsunger Allgemeinen am Freitag.

Quelle: HNA

Kommentare