Verjüngungskur für nördlichsten Weinberg Hessens

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Pflanzaktion am Böddiger Berg: von links Nikolai Drugin und Christoph Zemla von der Landschaftsbaufirma mit Winzer und Weinhändler Karl Angersbach und dem Vorsitzenden des Förderkreises, Klaus Stiegel.

Böddiger. Verjüngungskur für den nördlichsten Weinberg Hessens: Im Auftrag des Fördervereins Böddiger Berg pflanzt das Homberger Landschaftsbauunternehmen Lambrecht 430 neue Weinstöcke.

Der Förderverein investiert nach Angaben seines Vorsitzenden Klaus Stiegel etwa 10.000 Euro. Der ehemalige Bürgermeister, der den 24 Mitglieder zählenden Verein seit seiner Grünung 1993 führt, spricht von einer Stabilisierung des Bestandes. Nun gehören wieder rund 4000 Weinstöcke zum Böddiger Berg. In einer zweiten Phase wird ein Weinlehrpfad angelegt - siehe weiteren Bericht.

Von dem 1,4 Hektar großen Weinberg mit Blick ins Edertal sind 1,2 Hektar bepflanzt. Vor fünf Jahren waren zum letzten Mal neue Weinstöcke in den Boden gekommen. 70 Prozent der Weinstöcke sind Ehrenfelser. Jetzt aber wird Riesling nachgepflanzt. Die zum Schutz grün eingewachsten Hochstämme kommen aus einer Rebschule in Heppenheim. „Riesling und Ehrenfelser passen gut zusammen, lassen sich gemeinsam keltern“, erläutert Stiegel.

Die Pflanzaktion war notwendig geworden, weil Weinstöcke eingetrocknet oder von Schädlingen befallen waren. „Wir hatten einige Probleme mit der Mauke“, sagt Stiegel, „und gegen die Mauke gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeit“. Das sei eine von einem Pilz verursachte Erkrankung. An der Veredelungsstelle bilde sich ein Geschwulst, „das ist wie Krebs“, sagt Stiegel. Ist die Pflanze geschwächt, dringt der Pilz in die aufgerissene Rinde ein. Dazu soll es künftig nicht mehr kommen. War die Veredelungsstelle bei früher gepflanzten Pfropfreben am Boden, so liegt sie laut Stiegel jetzt 30 Zentimeter hoch.

An den neuen Stöcken werden sich nach drei Jahren spärliche Trauben bilden, wie der Förderkreisvorsitzende formuliert: „In vier bis fünf Jahren rechnen wir mit einer vollen Ernte.“ Unabhängig davon erhoffe man sich „nach drei mageren Jahren in diesem Jahr einen vollen Ertrag“. In den vergangenen drei Jahren konnten jeweils knapp 3000 Flaschen abgefüllt werden, in guten Jahren waren es 8000 bis 9000. Im Vorjahrhatten Anfang Mai zwei Nachtfröste mit Temperaturen bis zu minus fünf Grad schwere Schäden angerichtet. Vor diesen Maifrösten blieb man diesmal zum Glück verschont.

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Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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