Der Homberger Christian Haß sammelt seit 18 Jahren Modellfahrzeuge

Verrückt nach Miniautos

Begeisterung für Mini-Fahrzeuge: Christian Haß aus Homberg sammelt die kleinen Laster und Autos aller Art. Auf dem Bild ist er mit einer Nachbildung eines Bus der Firma Grau aus Homberg und einem Laster der Spedition Kördel zu sehen. Die Fahrzeuge sind den Originalen nachempfunden. Foto:  Thiery

Homberg. Milliardäre und Stars haben oft eine große Garage voll teurer Autos. Bei Christian Haß ist das ähnlich, er hat ein ganzes Zimmer voller Fahrzeuge. Der 23-Jährige ist verrückt nach Mini-Autos. Und davon hat er reichlich. 2900 kleine Nachbauten vom Laster bis zum S-Klasse-Mercedes mit Metallic-Sonderfarbe stehen fein aufgereiht in den Schaukästen.

Jedes Detail ist genauestens dokumentiert in einem großen Ordner. Haß sammelt seit seinem sechsten Geburtstag Miniaturfahrzeuge im Maßstab 1:87. Die Liebe zum Detail hat ihn dazu gebracht. Er spricht begeistert von Sondermodellen, Sonderlackierungen, Spiegeln, Antennen und Achsen. Sein Faible gilt besonders den Nutzfahrzeugen, er hat sogar Nachbauten vom Bus eines Unternehmers in Homberg, mit Originalform und -farben.

Eines seiner Lieblingsautos ist der Rettungsbus der Stuttgarter Feuerwehr. Er holt ihn aus der Plastikverpackung an der Wand. Das Fahrzeugmodell sieht aus wie das Original, das durch die schwäbischen Straßen fährt. Haß hat sogar im Internet nach dem Nummernschild geforscht und es an das Auto geklebt.

„Ein bisschen verrückt muss man für solch ein Hobby schon sein“, sagt er. Soviel Geld auszugeben für etwas, dass dann nur an der Wand hängt und steht, sei schon außergewöhnlich, lacht er über sich selbst. Verrückt findet er es auch, dass er ungeduldig auf das neueste Werbeschreiben seines Händlers wartet.

Er grübelt und überlegt, fährt auf Messen, sucht nach Raritäten, blättert die Angebote der Hersteller durch und sinnt nach, was noch in seine Sammlung passen könnte. Das sei schon mehr als ein Hobby, eben eine echte Leidenschaft. Er gibt zu, dass man sich Grenzen setzen müsse. „Es gibt ständig neue Modelle“, seufzt er.

Seine Freunde teilen das Hobby nicht, finden es aber faszinierend, dass er ein ganzes Zimmer voller Autos hat. Gewisse Werte haben sich schon angesammelt: Ein normales Modell kostet um die acht Euro, die Preise steigen bei speziellen Versionen auf bis zu 50 Euro. Für den dreifarbig schimmernden Mercedes der S-Klasse, den er 2001 auf der IAA (Internationalen Automobilausstellung) gekauft hat, würde er heute den elffachen Preis bekommen.

Werte und Beständigkeit sind dem Student wichtig. „Das Geld ist so sinnvoller angelegt als in der Disko oder im Kino“, meint er. Urlaub macht Haß auch eher selten.

Der Katalog mit den neuesten Auto-Modellen liegt schon auf dem Tisch. Die Darmstädter Autobahnpolizei fährt einen 5er BMW Touring, den gibt es nun auch in Miniatur, und die Österreicher setzen beim Roten Kreuz sogar den Sprit fressenden Porsche Cayenne ein. Im Maßstab von 1:87 braucht der allerdings kein Benzin.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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