300.000 Euro von Tour der Hoffnung

Versorgung unheilbar kranker Kinder in Nordhessen wird verbessert

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Das Kinderpalliativ-Team Nordhessen wird auf professionelle Ebene gehoben: Während des Pressetermins vor dem Melsunger Rathaus von links hinten Winfried Becker, Erster Kreisbeigeordneter, Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein und Peter Vaupel, Vorstandsvorsitzender der Holzhauer-Stiftung für krebskranke Kinder und vorne Professor Dr. Michaela Nathrath Direktorin der Klinik für Päd. Hämatologie und Onkologie und Birgit Dilchert GNH-Personalvorstand. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Das nordhessische Kinderpalliativ-Team wird auf eine professionelle Ebene gehoben. Ärzte und Pfleger betreuten ambulant unheilbar schwerst- und krebskranke Kinder nur in Einzelfällen. Möglich wird der Aufbau jetzt durch eine Anschubfinanzierung mit Spenden aus der Tour der Hoffnung.

2013 waren in Nordhessen zwei Millionen Euro zusammengekommen. 450.000 Euro fließen in drei Projekte, die der Gesundheit Nordhessen Holding angegliedert sind oder eng mit ihr kooperieren. Die Melsunger Holzhauer-Stiftung hatte die Tour der Hoffnung im Jahr des 30-jährigen Bestehens nach Nordhessen und Südniedersachsen geholt. Die Stiftung hatte auch die Projekte vorgeschlagen.

Der Löwenanteil - 300.000 Euro - wird für das Palliativ-Team verwendet. Bisher sei es den Ärzten nur möglich gewesen, in Einzelfällen tätig zu werden, sagt Professor Dr. Michaela Nathrath. Sie ist Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Klinikum Kassel.

Für die professionelle Sterbebegleitung fehlten bisher die Strukturen in Hessen. Eine Betreuung finde dabei meist im häuslichen Umfeld statt. „Wir wollen und müssen für die etwa 300 erkrankten Kinder in Nordhessen die Versorgung verbessern“, sagt Nathrath. Dies solle in enger Zusammenarbeit mit den ambulanten Kinderhospizdiensten und den niedergelassenen Ärzten geschehen.

Mit den hessischen Krankenkassen zeichne sich zudem eine Vereinbarung über einen Vergütungsvertrag ab. So könne das Angebot zwar langfristig gesichert werden, die Regelleistung sehe indes keine Finanzierung des psychosozialen Angebotes in in der Palliativversorgung vor, kritisiert die Ärztin.

Das Kinderpalliativ-Team solle in einem Verein organisiert werden. Die Gründung sei geplant, sagt Nathrath.

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Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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