Maria Elisabeth und Konrad Dörr aus Röllshausen sind seit 60 Jahren verheiratet

Verständnis als Schlüssel

Feiern heute Diamantene Hochzeit: Maria Elisabeth (80) und Konrad (89) Dörr gaben sich vor 60 Jahren in der Röllshäuser Kirche das Jawort. Foto: Rose

Röllshausen. Gegenseitiges Verständnis ist für Maria Elisabeth und Konrad Dörr der Schlüssel zum Glück: Vor 60 Jahren gab sich das Paar in Röllshausen das Jawort, heute feiert es Diamantene Hochzeit.

Dabei verband die Beiden schon früh eine besondere Leidenschaft: das Tanzen. Im September 1949 – Konrad Dörr war nach russischer Kriegsgefangenschaft gerade erst in die Schwalm zurück gekehrt – lernten sich die junge Rölls- häuserin und der Schuhmachergeselle beim Sängerfest auf dem Sportplatz kennen. Vier Jahre später heiratete das Paar. Maria Elisabeth Dörr ging damals noch in Tracht. Konrad Dörr hatte in der Werkstatt des Vaters den Beruf des Schuhmachers gelernt. Dort arbeitete er fortan. Seine Frau half den Eltern auf dem bäuerlichen Hof. Drei Generationen lebten dort unter einem Dach.

Immer volles Haus

Heute bewohnt die Enkelin das Haus, Dörrs leben in unmittelbarer Nachbarschaft. „Es war schön, das Haus war immer voll“, erzählt die 80-Jährige. 1956 bekam das Paar Tochter Monika. Immer schon engagierten sich Dörrs in den Röllshäuser Vereinen. Bis heute gehört der Besuch der Gesangsstunde für beide einfach dazu. Konrad Dörr war aber auch Mitglied im Sportverein, bei den Waldinteressenten, der Feuerwehr, dem VdK und im Kirchenvorstand, übernahm häufig Funktionen. Als Initiator schob er den Förderkreis Kapelle Schönberg an. Für die Familie blieb da wenig Zeit: „Abends war er schon häufig unterwegs“, sagt seine Frau. Sie habe jedoch Verständnis für die Vereinsarbeit gehabt.

Bis zu seinem 70. Lebensjahr betrieb der heute 89-Jährige die Schuhmacher-Werkstatt, zunächst als Geselle, später als Meister. „Aber das Werkeln an den Schuhen ist mein Hobby geblieben“, erzählt er. Im Krieg habe ihm der Beruf das Leben gerettet: „Durch die wertvolle Arbeit gab es auch mehr zu essen.“ Bis 1978 betrieb die Familie zusätzlich Landwirtschaft.

Garten ist großes Hobby

Eine große und lieb gewonnene Aufgabe von beiden war und ist der große Garten. Beim Obst- und Gemüseanbau und den Blumen geht Dörrs das Herz auf. „Bevor ich abends drinnen sitze, gehe ich lieber noch eine Runde durch die Natur“, sagt die 80-Jährige. Früher, da habe sie auch das Reisen genossen, erzählt Maria Elisabeth Dörr. Als Schwälmerin besuchte sie etwa 1952 das Weltmissionsfest in Basel. Auch mit ihrem Mann fuhr sie später gern und häufig durch die Lande.

Gern gab sich die Röllshäuserin aber auch dem Handarbeiten und Backen hin. Dörrs sind froh, die Familie nah bei sich zu haben – dazu zählen zwei Enkel und drei Urenkel. Mit ihnen und der übrigen Verwandtschaft und Freunden wird die Diamantene Hochzeit am Samstag gefeiert: Bei einem Gottesdienst, einem gemeinsamen Mittagessen und einer Kaffeetafel.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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