Auktion am Dienstag: Münze von 1677

Fritzlarer Doppelgulden unter dem Hammer

Fritzlarer Doppelgulden unter dem Hammer

Fritzlar. Er ist einzigartig und sein Verbleib war lange geheim: Der Fritzlarer Doppelgulden aus Flussgold aus der Eder wird in der kommenden Woche versteigert. Der Wert der Münze wird auf mindestens 100 000 Euro geschätzt. Der hessische Landgraf Karl hat ihn im Jahr 1677 prägen lassen.

Jetzt, 325 Jahre später, wird er im Osnabrücker Steigenberger Hotel Remarque versteigert. Der Eigentümer der Münzsammlung wolle aber anonym bleiben, sagt Julia Finster vom Auktionshaus Künker aus Osnabrück. Aus Sicherheitsgründen.

Fritzlarer Doppelgulden unter dem Hammer

Der Gesamtwert der etwa 300 Münzen umfassenden Sammlung liege bei mehr als 1,4 Millionen Euro. Bei den Münzen handele es sich ausschließlich um Münzen mit einem Bezug zu Hessen. So kämen zum Beispiel auch Bergbautaler aus Gladenbach und Marburg unter den Hammer.

„Am Dienstag und Mittwoch versteigert Künker insgesamt 2500 Münzen mit einem Wert von sieben Millionen Euro“, sagt sie.

Das Fritzlarer Unikum mit der Losnummer 7589 komme am Dienstag zum Ausruf.

Der Doppelgulden ist ein Einzelstück. Wahrscheinlich ungewollt. Gulden bedeutet dabei so viel wie Gold und Doppel gibt den Wert an.

Das verwendete Flussgold wurde, wie es im Auktionskatalog heißt, in Obermöllrich gewaschen und in Kassel geprägt. „Die Edergoldwäscherei soll aber damals alles andere als ergiebig gewesen sein“, sagt Julia Finster und lacht. So lasse sich auch die Seltenheit dieser Münze erklären. Denn es sei eben nur genug Gold für eine Münze zusammengekommen. Geschürft und gewaschen hätten damals an der Eder wahrscheinlich Häftlinge. Denn unter Landgraf Karl konnte die Haftstrafe in Arbeit in der Goldwäsche umgewandelt werden.

Sie sei so selten, dass sie nicht einmal im wichtigen Sammlerkatalog Schütz von 1998 abgebildet werden konnte, sagt Finster weiter. Der unbekannte Eigentümer stellte sie nicht zur Verfügung. Nun sei sie aber unter der Nummer 7589 im Katalog 220 des Auktionshauses erstmals seit langer Zeit wieder zu sehen.

Die Vorderseite des zweifachen Goldgulden zeigt zehn Zeilen Schrift - lateinisch und in Abkürzungen - dabei handelt es sich weitgehend um Titel und Daten zu Landgraf Karl. Die Rückseite ist umso bildhafter, sie zeigt die Flusslandschaft „Aedera“ (Eder) und den in einem Gebüsch ruhenden Flussgott.

Die Münze wiegt 6,45 Gramm und ist in der außerordentlich seltenen Hessen-Sammlung das Flagschiff, die das Auktionshaus Künker auflöst. Ein Gramm Gold kostet etwa 43 Euro. Das heißt, der reine Goldwert des Doppelguldens liegt nur bei ungefähr 277 Euro.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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