Rosel und Hans Marx aus Holzhausen sind heute seit 65 Jahren verheiratet

Ehe auf Vertrauensbasis

Das eiserne Ehejubiläum: Rosel und Hans Marx aus dem Homberger Stadtteil Holzhausen halten seit 65 Ehejahren fest zusammen. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg-Holzhausen. „In fünf Jahren bin ich wieder hier“. Mit diesen Worten verabschiedete ich mich, als ich im September 2008 einen Artikel über die Diamantene Hochzeit von Rosel und Hans Marx schrieb. Ich habe Wort gehalten: Pünktlich zum Eisernen Ehejubiläum der beiden Holzhäuser blicke ich wieder in die strahlend blauen Augen von Hans Marx.

„Ach, Mädchen, die Zeit geht ja so schnell um, wir können‘s gar nicht glauben. Und in den vergangenen fünf Jahren ist einiges passiert“, versichert mir der heute 89-Jährige.

„Wenn meine Frau mich mal Johannes und ich sie Rosa statt Rosel nannte, dann konnte man davon ausgehen, dass eine leichte eheliche Unstimmigkeit zwischen uns herrschte.“

Hans Marx

Dass sich diese Aussage vorrangig auf gesundheitliche Belange bezieht, versteht sich fast von selbst: Vom drohenden Pflege-Schicksal kämpfte sich Hans Marx dank eigener Beharrlichkeit und liebevoller familiärer Fürsorge wieder zurück ins eigenständige Leben. Dabei ist eines stets beständig geblieben: Seine Rosel liebt er auch mit „repariertem Herzen“ wie am ersten Tag. Schon als der gelernte Schmied die aus Ersrode nach Holzhausen zugezogene Rosa 1942 bei den Jugendtreffen unter der alten Linde kennenlernte, wusste er, „dass sie die Richtige ist“. Doch erst vier Jahre später, nach seiner Rückkehr vom Kriegsdienst und aus der Gefangenschaft, hatte die Liebe eine Chance und wurde zwei Jahre später offiziell besiegelt.

Während Rosel sich in den Folgejahren der Kindererziehung widmete, arbeitete Hans Marx im Eisenwerk Holzhausen. Daneben engagierte er sich ab 1952 zunächst auf freiwilliger Basis, später dann hauptberuflich auf Kommunal- und Landesebene im Deutschen Roten Kreuz. Ehrenamtlich leitete er die DRK-Bereitschaft Homberg und war für Sanitätsausbildung und landesweiten Verpflegungsdienst verantwortlich.

Nach dem beruflichen Wechsel baute er in 25 Arbeitsjahren den DRK-Hilfszug Fritzlar als Verwalter aus und organisierte humanitäre Transporte sowie Einsätze in Hochwasser- und Erdbebengebieten Osteuropas.

Heute genießen Rosel und Hans Marx jede gemeinsame Stunde und erledigen die Haushaltsarbeiten noch weitgehend selbst. Gern spazieren sie gelegentlich auf „ihrer Dorfrunde“ durch den Heimatort und informieren sich in der HNA über das kommunale sowie bundes- und weltweite Geschehen.

„Wir konnten uns immer vertrauen und haben in der Familie immer zusammengehalten“, sagen beide zum langjährigen Bestand ihrer Ehe. Nun freuen sie sich auf die Feier mit ihren drei Kindern, vier Enkeln und sechs Urenkeln.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

Kommentare