Verwandte von Sabrina H.: In der Ehe ging es hin und her

Felsberg/Kassel. Vor dem Landgericht Kassel wurde am Dienstag die Verhandlung gegen Sabrina H. fortgesetzt, die sich wegen Mordversuchs an ihren beiden Kindern verantworten muss.

Die Tat spielte sich in der Nähe von Felsberg-Helmshausen ab, die Familie wohnte damals in Niedermöllrich. Nachdem ein Prozesstermin wegen Erkrankung der Angeklagten ausgefallen waren, nahm Sabrina H. am Dienstag wieder an der Verhandlung teil. Dabei wurde bekannt, dass die Frau in den Jahren 2007 und 2010 zwei Strafbefehle wegen Betrugs erhalten hatte.

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Einmal hatte sie im Internet bei einer Auktion Playmobil-Spielzeug für 39 Euro verkauft, aber nicht geliefert. Das zweite Mal soll sie beim Tanken betrogen haben. Von den Strafbefehlen – sie sollte eine geringe Geldstrafe zahlen – wisse sie nichts, sagte Sabrina H. gestern vor Gericht.

Eine Nichte und eine Schwägerin erklärten in dem Verhandlungstermin, dass es in der Ehe der Angeklagten „hin und her“ gegangen sei. Nach mehreren Trennungen sei sie immer wieder mit ihrem Ehemann zusammen gekommen.

Am Tattag, dem 12. März 2009, sei aber ein letzter Versöhnungsversuch von Sabrina H. gescheitert. Ihre Ehemann hatte inzwischen eine neue Beziehung.

Laut Anklage soll die Frau an jenem Tag versucht haben, ihre damals achtjährige Tochter Laura und ihren fünf Jahre alten Sohn Niklas in ihrem Auto mit Abgasen zu töten. Die Tochter konnte sich aber aus dem Auto befreien und alarmierte Anwohner, die die Polizei riefen.

Als die Beamten kamen, wusste die ortsunkundige Laura noch genau, wo das Auto am Waldrand stand, berichtete gestern eine Zeugin aus Helmshausen. Die Strecke von ihrer Wohnung bis dorthin ist etwa einen Kilometer lang – diesen Weg war Laura ganz allein in stockdunkler Nacht gelaufen.

Eine Kriminal-Oberkommissarin sagte am Dienstag aus, bei einem ersten Verhör habe Sabrina H. angegeben, dass sie nur sich, aber nicht die Kinder umbringen wollte. Sie habe Laura und Niklas nur bis zur letzten Minute bei sich haben wollen. Allerdings, so die Polizistin, habe Sabrina H. keine Erklärung dafür gehabt, wie das funktionieren sollte, wenn man Autoabgase ins Innere des verschlossenen Wagens lenkt.

Als Zeugin vorgeladen war auch ihre Mutter der Angeklagten. Sie nahm ihr Aussageverweigerungsrecht in Anspruch und sagte nichts.

Der Prozess wird am Freitag, 11. Februar, fortgesetzt. Dann soll unter anderem der psychiatrische Gutachter gehört werden.

Quelle: HNA

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