400.000 Euro mehr: Erneuerung der Zierenberger Straße wird teuerer als geplant

Dörnberg. Die Freude darüber, dass die Zierenberger Straße im Habichtswalder Ortsteil Dörnberg nun endlich runderneuert wird, ist groß, aber sie wird getrübt: Die Gemeinde muss nach Angaben von Bürgermeister Thomas Raue wohl 400.000 Euro mehr berappen.

Bei der Kostenberechnung vom August vergangenen Jahres ging man von einem gemeindlichen Anteil von 1,37 Millionen Euro aus. Inzwischen musste der Ansatz auf 1,77 Millionen Euro nach oben korrigiert werden.

Als Hauptgründe nennt der Bürgermeister das Warten auf die Verabschiedung des Landeshaushaltes und die erneute Ausschreibung, weil der erste Ausschreibungstext vom April 2011 nicht korrekt war.

Da es sich bei der Zierenberger Straße um eine Landesstraße handelt, trägt das Land die Kosten für die neue Fahrbahn. Erst mit dem Segen für den Landesetat stand auch das nötige Geld für den Bau zur Verfügung. Vorher habe man nicht ausschreiben dürfen.

Als dann der Text mit der Aufforderung an die Firmen, ihre Angebote abzugeben, raus war, stellte man fest, „dass eine Position nicht ganz eindeutig formuliert war“, sagt Bürgermeister Raue. .

Im alten Fahrbahnaufbau steckt teerhaltiges Material, das als boden- und grundwassergefährdend gilt, und entsprechend zu entsorgen ist. „Bei der Ausschreibung wurden marktübliche Texte verwendet“, erklärt Bauamtsleiter Björn Schröder, „ohne zu wissen, dass das Land Hessen extra Versorgungsverträge abgeschlossen hat.“

Bei der Prüfung sei das auch beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen, bei dem die Fäden für das Bauprojekt in Dörnberg zusammenlaufen, nicht aufgefallen. Schröder: „Dann ist die Ausschreibung so raus.“ Als der Fehler wegen des Teers schließlich doch noch auffiel, musste erneut ausgeschrieben werden.

Bittere Pille

Das alles brachte Verzögerungen. Ehe die Aufträge letztlich vergeben wurden, gingen die Preise nach oben. „Die Auftragsbücher der Firmen sind proppevoll und entsprechend geben die bei Ausschreibungen hohe Angebote ab“, sagt Raue, die Firmen seien derzeit nicht auf jeden Auftrag angewiesen. Gut 400 000 Euro müsse die Gemeinde nun aus eigener Kraft zusätzlich schultern. „Die Alternative wäre“, so Raue: „wir blasen alles ab.“ Das komme aber nicht in Frage, denn „die Bürger in Dörnberg warten seit 20 Jahren auf die Sanierung“. Zudem sei die Gemeinde verpflichtet, die maroden Kanäle zu erneuern.

Die bittere Pille der Mehrkosten müsse man schlucken. Thomas Raue zu der Kostensteigerung: „Wir werden das auffangen müssen.“

Quelle: HNA

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