Fahrzeuge brettern mit hoher Geschwindigkeit vorbei – Es gibt keinen Gehweg

Viel Angst um die Kinder

Genervt: von links Jan, Lisa, Emma (3) und Benno Söhngen (10) leiden unter Rasern, die direkt neben ihrem Haus am Ortsschild vorbei in das Dorf hinein- oder herausbrettern. Foto: Schittelkopp

Weißenborn. „Die Laster donnern hier entlang“, erzählt Lisa Söhngen. Sie und ihre Familie wohnen direkt am Ortseingang von Weißenborn. Der Verkehr belastet die Söhngens schon immer, doch durch die Baustelle in Asterode sei es mittlerweile unerträglich geworden. Die Umleitung führt durch den Ottrauer Ortsteil – direkt am Haus der Familie vorbei.

„Für die meisten endet das Dorf vorn an der Kreuzung und nicht hier“, sagt Jan Söhngen. Er beobachtete, dass viele Fahrzeuge nicht am Ortsschild auf 50 Kilometer pro Stunde abbremsen würden – darunter auch Einheimische. Zu den alltäglichen Fahrzeugen reihen sich die, die die Baustelle in Asterode umfahren müssen, unter ihnen sind auch viele Lastwagen.

Bereits in den frühen Morgenstunden rauschen die Laster durch das Dorf. Bis zu 24 Brummis pro Stunde hätten Anwohner gezählt – eine enorme Belastung für Weißenborn. Auch wenn der Verkehr sich am Reiskirchener und Kirchheimer Autobahn-Dreieck staut, dann rollen die Lastwagen durch Weißenborn.

Nicht allein draußen spielen

Das Ehepaar Söhngen hat Angst um seine Kinder. Die dreijährige Emma darf nicht draußen allein spielen. „Sie könnte ja auf die Straße laufen“, lauten die Bedenken ihrer Mutter. Denn Lisa Söhngen beobachtete, dass ein Fahrer nicht abbremste, obwohl ein Ball über die Straße hüpfte und das Mädchen zu sehen war.

„Die Laster donnern hier entlang.“

Lisa Söhngen

Auch Sohn Benno erlebte schon so manchen Schockmoment, wenn er im Morgengrauen an die Bushaltestelle läuft. „Ich habe ein Zeichen gegeben, dass der Autofahrer langsamer fahren soll – da hat der nochmal richtig Gas gegeben.

Zudem gibt es vor dem Haus der Familie Söhngen kein Gehweg, Regenwasser sammelt sich in einer großen Pfütze. „Wenn die Autos dadurch brettern, spritzt alles gegen unsere Mauer“, berichtet die Weißenbornerin. Die Gemeinde hatte zum Schutz zwar beim Bäume pflanzen lassen, die bis die groß sind, dauert es noch ein paar Jahre.

Die Familie forderte, dass das Ortsschild weiter vom Haus versetzt wird. Abgelehnt. Sie schlug vor, ein 30er-Schild aufzustellen. Abgelehnt. „Die Polizei blitzt hier auch nicht“, sagt Jan Söhngen. Nun wird eine mobile Geschwindigkeitsanzeige errichtet.

Finanziert soll diese über Spenden und Geld aus dem Ortsbeirat werden. „Der Gemeindevorstand lehnte die Übernahme der Kosten ab – ein schlechtes Signal für Weißenborn“, sagt Ortsvorsteherin Elke Kochler.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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