Ehemalige Lehrerin spendet 100.000 Euro für musikalische Früherziehung

Spaß mit Tüchern und Musik: Die Vorschulkinder des Kindergartens Neuenbrunslar hatten gestern viel Spaß bei ihrer ersten Stunde musikalische Früherziehung. Rechts im Bild Musikpädagogin Susanne Schale, links Erzieherin Bozena Kowalski.

Felsberg. Wie gerne hätte sie Klavier gelernt. Aber dazu war früher kein Geld da, sagt Katharina Zetzsche, 88. Sie wuchs als eines von fünf Geschwistern in einem Arbeiterhaushalt auf.

Heute ist „Tante Else“, wie sie liebevoll genannt wird, die seit Jahren pensionierte Grundschullehrerin aus Gensungen. Und weil der kinderlosen Seniorin Kinder am Herzen liegen, spendet sie ihr Erspartes: In den kommenden acht Jahren stellt Katharina Elisabeth Zetzsche insgesamt 100.000 Euro für die musikalische Früherziehung der Vorschulkinder in den Felsberger Kindergärten zur Verfügung.

Das Projekt wurde in dieser Woche gestartet. Aktuell werden 55 Vorschulkinder in drei Einrichtungen unterrichtet. Im kommenden Jahr soll Felsberg hinzukommen. Dann werden 85 Vorschulkinder der Stadt Felsberg musikalischen Elementarunterricht erhalten.

Die Kosten liegen bei 12.500 Euro pro Jahr. „Das Projekt ist für die nächsten acht Jahre gesichert“, sagt Brigitte Schamberger, Zetzsches Nichte und Verwalterin des Geldes.

Katharina E. Zetzsche

„Mir hat das Rumhüpfen am besten gefallen“, sagt Jona Siemon , der gestern seine erste Unterrichtsstunde im Kindergarten Neuenbrunslar hatte, „dabei wollte ich heute eigentlich schon Trompete spielen lernen“. Eine Trompete wartete in der ersten Stunde zwar noch nicht auf die Kinder. Dafür hatte Musikpädagogin Susanne Schale Rasseln, Triangeln, Trommeln, Klanghölzer und Fingerzimbeln dabei. Die Zimbeln tauften die Kinder in „Schlaghütchen“ um. Sie lernten, dass man mit den Instrumenten Krach machen, aber auch ganz leise und sogar hinterm Rücken musizieren kann. Sogar mit Kastanien musizierten die Kinder: beim Aneinander-Reiben und -Klopfen.

Als die rüstige Katharina Elisabeth Zetzsche in dieser Woche bei der ersten Frühförderungsstunde in Böddiger dabei war, erinnerte sie sich sicherlich an die vielen Male, als sie Grundschulkinder auf der Blockflöte begleitete. Für Klavierbegleitung reichte es einfach nicht. Dafür fehlte leider die Zeit.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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