Firma will es sich sichern

Viel Gerangel um den Wind: Zweites Gebiet für Windpark bei Ottrau

Windkraft: Ein Windpark ist derzeit in Ottrau in der Diskussion, ein zweiter könnte allerdings hinzu kommen. Es handelt sich um das Gebiet die Dick. Foto:  Archiv

Ottrau. Die Diskussionen um die Windkraft in der Gemeinde Ottrau nehmen wieder Fahrt auf. Wie Bürgermeister Norbert Miltz mitteilte, ist es möglich, dass ein zweites Gebiet in der Gemeinde für einen Windpark infrage kommt.

Derzeit bemüht sich Ottrau und die Energiengenossenschaft Schwalm-Knüll um die Beplanung des Gebietes Die Gleiche zwischen Immichenhain und Schrecksbach.

Im Februar 2015 wird allerdings der Regionalplan für Windkraft ein zweites Mal offen gelegt. In diesem könnte die Regionalversammlung einen zweiten Suchraum ausweisen: das Gebiet im Bereich Dick und Bechtelsberg zwischen Ottrau in Richtung Elbenrod und Berfa.

41 Hektar groß 

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Ottrau hatte eigentlich einen Änderungsantrag gestellt, dieses Gebiet nicht auszuweisen. Dem war das Regierungspräsidium (RP) Kassel nicht gefolgt; so bekommt die Regionalversammlung auch die Dick vorgeschlagen. Das Gebiet ist 41 Hektar groß „Es handelt sich um einen Bereich, der sowohl Wald als auch Offengelände umfasst.“

Nun will sich ein Investor diese Fläche sichern. Eine Firma mit Sitz in Dresden soll sich sowohl in der Verwaltung als auch bei Grundstückseigentümern des Gebietes vorgestellt haben. Dem steht gegenüber, was die Gemeindevertretung vor zwei Jahren beschlossen hatte. Nämlich dass ein Windpark nur als regionale Lösung mit Bürgerbeteiligung in Frage kommt.

Beteiligung geplant 

Das treffe nur beim Standort Die Gleiche zu, so Miltz. Dort soll ein Windpark mit insgesamt sechs Anlagen entstehen. Als Projektierer tritt die EAM Natur auf. 30 Millionen Euro sollen dort investiert werden. Ein Bauantrag wurde bereits gestellt. Die Gemeinden Schrecksbach und Ottrau wollen sich je an einem Windrad beteiligen, zudem wird die Bürgerbeteiligung angestrebt.

Die Gemeinde hatte ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, um die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Energiegenossenschaft zu überprüfen. Dabei kam heraus, dass Ottrau mit einem Windrad in 20 Jahren 1,47 Millionen Euro Gewinn machen könnte. Hinzu kommen Gewerbe- und Grundsteuer.

Die Bürgerinitiative Immichenhain ist jedoch gegen den Windpark. Sie traf sich kürzlich mit der Energiegenossenschaft und dem Bürgermeister. Von allen Seiten hieß es dann nach dem Treffen: „Wir bleiben im Gespräch.“ Die Bürgerinitiative will sich in dieser Woche treffen und das weitere Vorgehen besprechen.

Doch damit ist das Thema Windkraft für die Ottrauer nicht vom Tisch: Miltz nimmt zudem an einem Gespräch mit dem RP Gießen teil, bei dem die Suchflächen im Bereich zwischen dem Schwalm-Eder- und dem Vogelsbergkreis beschlossen werden. Denn laut dortigen Planungen könnten Windparks in der Nähe zu Ottrauer Gebiet entstehen. „Es ist fatal, dass wir in diesem Grenzgebiet liegen“, sagt Heidemarie Bernhardt von der Bürgerinitiative. Sie hat die Befürchtung, dass die Gemeinde von Windrädern eingekesselt werden könnte.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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