Neue Gülletechnologie erzeugt wenig Geruch

Homberg. Es rattert kurz und dann setzt sich der vier Meter hohe und 30 Tonnen schwere Koloss in Bewegung, um seine Arbeit zu beginnen: Die neue Güllemaschine des Maschinenrings und Bodenverbandes Schwalm-Eder bringt die neueste Gülletechnologie in den Kreis.

Die vier Fahrer des Maschinenrings werden derzeit in die Neuheiten des Gerätes eingeweiht. Dass die 500.000 Euro teure Maschine eine ganze Menge kann, sieht schon ein Laie. Die Gülle wird durch grüne Schläuche direkt zum Boden geleitet, unten warten quasi schon die Rollen, die die Schlitze erzeugen.

„Die Vorteile sind, dass die Maschine mehrere Arbeitsschritte in Einem ausüben kann. Von der Gülleausbringung über die Feldverarbeitung bis hin zur Neusaat ist sie zu gebrauchen“, sagt Wolfgang Koch, der Geschäftsführer des Maschinenrings und Bodenverbandes.

Viele Schritte in Einem

Außerdem reduziere sie die Stickstoffverdunstung immens, da 90 Prozent der Gülle direkt in den Boden gelange. Dies funktioniert zum Beispiel durch das Schlitzverfahren, bei dem vorher Schlitze in den Boden gefahren werden, in die die Gülle konzentriert eingebracht wird. Damit bekommt die Pflanze die Nährstoffe genau dort, wo sie gebraucht werden, an der Wurzel. Dieses Verfahren reduziere außerdem den Geruch der Gülle, was der Bevölkerung zugute käme. Des Weiteren kann diese Technik auch bei einer stehenden Saat genutzt werden, bis die Pflanzen kniehoch sind. Ein anderes Verfahren, zu dem die Maschine fähig ist, ist das Scheibeneggen. Hierbei wird das Feld nach der Ernte bearbeitet und die Gülle unter der Erde abgelegt.

Die Maschine fährt mit versetzten Spuren auf dem Feld, hat über ein Meter dicke Reifen und verhindert damit eine Bodenverdichtung, da ihr Gewicht optimal verteilt ist und somit nicht zu stark auf den Boden drückt. Eine Verunreinigung der Straße durch Felddreck fällt ebenso weg, laut Koch ist das Güllegefährt nur für die Feldarbeit vorgesehen, die Gülle wird per Traktor angeliefert und dann eingefüllt.

Vorgesehen ist, die Maschine gegen Entgeld an Landwirte aus dem Maschinenring zu verleihen. Damit sie sich wirtschaftlich lohnt, müsse sie jährlich 50 000 Kubikmeter Gülle auf Felder fahren, das sind etwa 1000 Lasterladungen. „Es geht uns nicht darum, Gewinn zu machen, wir versuchen nur, die neusten Technologien in den Kreis zu bringen und so die Landwirtschaft zu unterstützen“, sagt Koch.

Der Maschinenring ist ein Zusammenschluss von Landwirten. Durch gemeinsame Anschaffungen soll die Betriebsführung jedes Einzelnen einfacher werden.Der Ring Schwalm-Eder hat 933 Mitglieder und wurde im Jahr 2001 gegründet. Kontakt: www.mr-schwalm-eder.de

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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