Pläne für einen Rundweg auf dem Ellenberger Friedhof sorgen für Zoff

Viel Lärm um Ruhestätte

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Friedhof Ellenberg: Der geplante Rundweg soll laut einer Skizze vom Haupttor in einem Halbkreis auf der rechten Seite zur Kapelle führen (Bild oben) – in einem weiteren Halbkreis geht es dann zurück zum Haupttor (Bild rechts). Dort aber befinden sich Grabstätten auf den überplanten Flächen. Fotos: Grugel

Ellenberg. Vor knapp zwei Jahren entwickelte der Ortsbeirat Ellenberg Ideen zur Umgestaltung des Friedhofs. In Rede stand auch ein halbkreisförmiger Weg auf der Ruhestätte. Ortsvorsteher Volker Bernhardt (SPD) ging durchs Dorf und sammelte Unterschriften für die Pläne. Dabei befürworteten Ellenberger per Unterschrift indirekt das Abräumen eigener Gräber. Der Gemeindevorstand beschloss den Bau des Weges. Er soll geschätzt über 14 000 Euro kosten. Der Bürgermeister wollte den Beschluss jetzt per Widerspruch kippen.

Diese Geschichte ergibt sich aus Unterlagen zu einer Parlamentssitzung zu Wochenanfang: Danach stand zu Beginn im Oktober 2010 eine Ortsbeiratssitzung unter der Leitung von Ortsvorsteher Volker Bernhardt (SPD). Tagesordnungspunkt 2: Friedhof Ellenberg. Thema waren unter anderem neue Bestattungsformen. Gisela Braun führte das Protokoll und erklärte diese Woche gegenüber der HNA: Eine Planskizze mit dem Rundweg habe damals nicht vorgelegen.

Das sieht auch Bürgermeister Edgar Slawik so, der laut Protokoll ebenfalls bei der Sitzung war und in seinem Widerspruch ergänzt: Auch ein mit „Umgestaltung Friedhof Ellenberg“ überschriebener Text habe in der Sitzung nicht vorgelegen. Er sei vielmehr dem Protokoll nachträglich beigefügt worden.

Unklare Beschlusslage

Das Pikante: Ortsvorsteher Volker Bernhardt sammelte Unterschriften im Dorf für eine zügige Umsetzung des Ortsbeiratsbeschlusses. Doch was war eigentlich der Beschluss?

Diese Frage stellen sich inzwischen etliche Beteiligte. Unter ihnen zwei Ellenberger, die gegenüber der Verwaltung erklärten, beim Unterschreiben von einem Rundweg nichts gewusst zu haben und ihn auch nicht zu wollen. Wie auch? Die beiden haben Gräber, die sie für den Weg einebnen lassen müssten.

Thema im Parlament

Auch deshalb heißt es im Widerspruch des Bürgermeisters sinngemäß: Die Behauptung, die Ortsbevölkerung habe sich per Unterschrift für den Bau eines Rundweges ausgesprochen, ist unrichtig, war aber mitentscheidend für den Beschluss des Gemeindevorstands für den Weg. Und mit noch einem weiteren Argument wollte der Rathauschef den Beschluss des Gemeindevorstandes kippen: Die Gemeinde müsse ihren Haushalt sanieren. Das Parlament wies am Montagabend den Widerspruch des Rathauschefs nach Auskunft von Beteiligten ab.

Volker Bernhardt sieht das Problem bei den Ellenbergern. Wenn die ihre Unterschrift abgäben und nicht nachfragten, müsse er davon ausgehen, dass die Beschlüsse bekannt seien, erklärte er auf Anfrage.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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