Die Schlosserei der Justizvollzugsanstalt gibt es seit 50 Jahren – 38 Häftlinge haben dort derzeit Arbeit

Schlosserei der Justizvollzugsanstalt: Viel mehr als bloß Beschäftigung

Schweißertraining: Schlossereileiter Gerhard Rabich (links) und Häftling Wolfgang Arens diskutieren fachspezifische Fragen. Fotos: Schorn

Ziegenhain. Seit 50 Jahren wird in der Schlosserei der Justizvollzugsanstalt in Ziegenhain geschweißt, gefeilt und gewerkelt (wir berichteten). 

Dienstag bekamen JVA-Leiter Jörg Bachmann und Gerhard Rabich, Leiter der Gefängnisschlosserei, bei einer Feierstunde eine Urkunde zum 50-jährigen Bestehen vom Vizepräsidenten der Kasseler Handwerkskammer, Dieter Hahn, überreicht.

Hessenweit prima Quote

„Die Arbeit in unseren Werkstätten ist neben den therapeutischen Maßnahmen die wichtigste Betreuung für die Gefangenen“, hob Anstaltsleiter Bachmann hervor. Er verwies auch darauf, dass das Ziegenhainer Gefängnis mit einer Beschäftigungsquote von 89 Prozent „in Hessen ihresgleichen suchen dürfte“.

Zudem würde die JVA auf diesem Wege dringend benötigte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt im Handwerk liefern. Darauf verwies auch Dieter Hahn in seiner Ansprache. So haben im vergangenen Jahr drei Häftlinge ihre Meisterprüfung in der Schlosserei angegliederten Ausbildungswerkstatt abgelegt und seien nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis sogar teilweise schon selbstständig.

„Auf jeden Fall ist die Beschäftigung und Ausbildung der Gefangenen in der JVA ein wertvoller Beitrag zu ihrer Resozialisierung“, sagte der Vizepräsident der Kasseler Handwerkskammer.

38 Häftlinge arbeiten derzeit in der Schlosserei der JVA gemeinsam mit fünf Bediensteten. Gerhard Rabich, Leiter der Schlosserei, macht seine Arbeit dort Freunde.

Und auch Häftling Wolfgang Arens, selber Metallbaumeister, schätzt die Beschäftigung: „Es ist besser zu arbeiten, als in der Zelle zu sitzen. Außerdem bekommt man durch die Arbeit in der Schlosserei auch Anerkennung.“

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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