Von Klassik bis Kämpfert: Heeresmusikkorps 300 zog 250 Zuhörer in die Antreffhalle

Viel mehr als Marschmusik

Klassik, Märsche, Oper und Swing: Das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz trat am Dienstagabend in der Merzhäuser Antreffhalle auf. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Aktion für behinderte Menschen Schwalm-Eder zugute. Fotos:  Rose

Merzhausen. Beim Fußballspiel Deutschland gegen Aserbaidschan von zwei Wochen sorgten sie für den perfekten musikalischen Auftakt – am Dienstag trat nun das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz in Merzhausen auf. Das knapp 50-köpfige Blasorchester lockte 250 Gäste in die Antreffhalle. Veranstaltet wurde das Benefizkonzert von der Gemeinde Willingshausen und der Aktion für behinderte Menschen Schwalm-Eder.

Das zweistündige Programm unterstrich, dass nicht allein Militärmusik zum Repertoire des wandelbaren Orchesters gehört. Mit Hauptmann Timor Oliver Chadik entfalteten die Instrumentalisten im Zusammenspiel einen harmonischen Charakter.

Das Heeresmusikkorps war nicht nur als homogener Klangkörper stets präsent. Vor allem die Solisten überzeugten mit ausgeprägter und heiterer Spielfreude.

Inspiriert von Kurkapelle

Chadik moderierte schwungvoll, locker und informativ: Ein zünftiger Marsch bereitetet den Weg für eine Ouvertüre von Mendelssohn-Bartholdy. „Der Komponist war ein musikalisches Wunderkind“, erklärte der Dirigent. Bereits mit 14 Jahren, im Erholungsurlaub an der Ostsee, habe Mendelssohn-Bartholdy das Werk komponiert – inspiriert von der Kurkapelle.

Klangfarbe

Das Musikkorps spielte das Stück in jener Originalfarbe, in der gleichen Besetzung wie das damalige Orchester. Getragene Mollakkorde dominierten Wagners Trauermusik.

An Dramatik kaum zu überbieten war das Morgenlied aus der Oper Lohengrin. Ferntrompeten, die einen Weckruf imitierten und losgelöst vom eigentlichen Zentrum erklangen, verfehlten ihre Wirkung nicht. Tschaikovskys Ouvertüre 1812 – eine Auftragsarbeit des Zaren – beschrieb spannende und packende Szenen auf den Schlachtfeldern.

Populäre Musik war im zweiten Teil zu hören. Eine Suite aus der Hymne an die schottischen Highlands lebte von extravaganten Rhythmusinstrumenten. Bei Melodien von Bert Kämpfert swingten die Gäste sofort mit: Spanish Eyes, Strangers in the Night oder African Beats waren nur einige seiner größten Hits. Mit dem beeindruckenden Marsch Preußens Gloria verabschiedeten sich die Musiker von ihrem Publikum. Das erklatschte sich zwei Zugaben: Der Radetzky-Marsch von Strauß setzte den fulminanten Schlussakkord. • Mehr Bilder: www.hna.de/foto

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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