Homberger Ensemble führt Frank Pinkus‘ Komödie „Fachwechsel“ auf

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Alles Theater: Die Akteure der Kleinen Bühne Schwalm-Eder (von links) Almuth Karger , Ellen Zuschlag , Susanne Braun , Armin Jordt und Elke Meckbach unterhalten ihr Publikum in der Komödie Fachwechsel 

Homberg. Wie sieht es hinter den Kulissen eines Theaters aus? Was passiert, bevor ein Theaterstück auf der Bühne präsentiert wird? Wie laufen die Proben ab? Welche Charaktere treffen aufeinander?

Mit der Komödie „Fachwechsel“ von Autor Frank Pinkus gibt die Kleine Bühne Schwalm-Eder ihrem Publikum einen Einblick in die Welt des Theaters.

Bei dem Stück-im-Stück stellt sich heraus: Oft trügt der im Scheinwerferlicht vermittelte schöne Schein. Gezielt geplante Verspätungen, hartnäckiger Widerstand gegen Regieanweisungen und Probleme mit diversen darstellerischen Ausdrucksvarianten bestimmen die Szenerie während den Proben zu einer Komödie. Größtes Problem jedoch sind die unterschiedlichen Darsteller-Charaktere mit ihren ganz individuellen Eitelkeiten.

Allen voran dominiert die alternde Diva Eva Winterstein (Susanne Braun) die Bühne. Als erfolgreiche Charakterrollen-Darstellerin kann sie sich mit der ihr zugedachten Mutterrolle kaum anfreunden.

Ihre Tochter mimt die bisherige Fernseh-Seifenoper-Darstellerin Sarah Schulz (Ellen Zuschlag), die ihr auf dem Bühnenparkett mehr Gegnerin denn Partnerin ist.

In einer Mischung aus Eifersucht, Missgunst und Geltungsdrang entbrennt zwischen beiden ein spitzzüngiger Kleinkrieg epischer Größe. Den versucht die wenig durchsetzungsfähige Regisseurin Kerstin Berthold (Almuth Karger) meist vergeblich zu schlichten.

Zwischen den Fronten steht auch der einzige männliche Akteur: Der leicht vertrottelte Hardy Weber (Armin Jordt), der sich bislang als Synchronsprecher durchs Leben schlug. Für ihn wie auch für das unfreiwillige Mutter-Tochter-Gespann bedeutet das Komödien-Engagement einen „Fachwechsel“.

Den vollzog auch die Kleine Bühne mit ihrer jüngsten Aufführung: So ist die Souffleuse (Elke Meckbach) quasi in Doppelfunktion direkt auf der Bühne präsent. Premiere und Herausforderung zugleich jedoch ist eine Regie ohne Regisseur: Erstmals inszenieren die Darsteller ein Stück im Alleingang, ohne übergeordneten Spielleiter.

In zielsicherer Gemeinschaftschoreografie steuern sie dabei dem beabsichtigten theatralischen Chaos entgegen. Dessen Fazit: Hinter den Theaterkulissen menschelt es hinreißend - und trotz allen Zaubers lauert dort zuweilen eben auch ein Haifischbecken.

Quelle: HNA

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