Stück feiert nächstes Jahr Premiere

Viel Theater in Homberg: Almuth Karger hat ein Stück über die Synode geschrieben

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Tüfteln am Drehbuch: Almuth Karger arbeitet an ihrem Theaterstück.

Homberg. Die Homberger Synode sei eigentlich nicht der Stoff für ein Theaterstück, sagt Almuth Karger. „Es ist ein staubtrockenes Thema, überhaupt nicht spannend." Nichtsdestotrotz hat sie sich vor einigen Wochen an die Arbeit gemacht.

Doch statt eines Theaterstücks ist ein Drehbuch dabei herausgekommen.

Das ist ganz und gar nicht staubtrocken, verspricht sie. Es gehe um Macht, Glauben und Erneuerung. Und es wird in Homberg im Reformationsjahr 2017 für viel Theater in der Stadtkirche sorgen - dort wird es aufgeführt.

Sie sei mit viel Respekt an diese Aufgabe heran gegangen. Ihr Ziel war es, ein Stück zu schreiben, dass Homberg und die Synode in den Mittelpunkt rückt, sagt die Vorsitzende der Kleinen Bühne Schwalm-Eder. Einige Theaterstücke hat sie bereits um- und kleinere Stücke selbst geschrieben. Eine kleine Marktszene, die jetzt auch in das Drehbuch eingeflossen ist, hatte sie sogar fertig in der Schublade liegen.

Künstlerische Freiheit

Und doch war es nicht die Idee von Almuth Karger, das Theaterstück zu schreiben, sagt sie. Bei einer Veranstaltung habe sie Bürgermeister Dr. Nico Ritz darauf angesprochen. „Er hat es mir zugetraut und ich habe nicht schnell genug nein gesagt“, sagt Karger und lacht. Es ist ein zufriedenes Lachen. Denn das ist sie mit ihrem Drehbuch und mit ihrer Rolle der Autorin.

Etwas künstlerische Freiheit habe sie sich gegönnt, sagt Karger. Das war nötig, um einen Handlungsrahmen zu spinnen. Die Geschichte spiele in der heutigen Zeit und in der Vergangenheit. Zehn größere und ein paar Statistenrollen gilt es zu besetzen, unter anderem die von Philipp dem Großmütigen. Einige Wunschkandidaten habe sie für die Besetzungen. Mehr will sie nicht verraten. „Das nimmt die Spannung.“ Eine Stunde werde die Aufführung dauern.

Unterstützung bekam sie von jemanden, den sie gar nicht persönlich kennt und mit dem sie nur per Mail in Kontakt steht: einem Co-Autor. „Wolfgang Rüppel heißt er und ist ein bayrischer und katholischer Spezi unseres Schriftführers. Er hat schon Stücke geschrieben“, sagt sie. Also schickte sie ihm ihr fertiges Drehbuch. „Wir haben dann weiter daran gefeilt.“ Schriftlich. Er hätte mit dem Drehbuch fast alles tun und verändern dürfen, sagt Karger. Hat er aber nicht. Nur seinen Vorschlag, einen Meuchelmörder einzuführen, habe sie abgelehnt. Das wäre zu viel der künstlerischen Freiheit.

Besuch in Wittenberg

Bei der Sprache habe sie sich nur zum Teil an alte Formulierungen gehalten. „Es soll für alle gut verständlich sein“, sagt Karger. Tief in die Geschichte sei sie eingetaucht. Viel gelesen habe sie und die Luther-Stadt Wittenberg besucht. „Mein Stück ist keine wissenschaftliche Veranstaltung, es soll aber glaubhaft sein.“ Das ist ihr Anspruch.

Mittlerweile sei das Drehbuch fertig überarbeitet. „Es war leichter als gedacht“, sagt Karger jetzt. Nun habe sie eine große Portion Respekt vor der Organisation rund um das Theaterstück.

Dabei gehe es um Kostüme und um technische Dinge. Dann liege noch die Musikauswahl vor ihr, dabei erhofft sie sich Hilfe von Kantorin Birgit Käfer. Und dann gehe es an die Regiearbeit. „Nervös bin ich noch nicht, dafür ist noch zu viel zu tun“, sagt sie. Aber spannend - gar nicht staubtrocken - ist das alles für Almuth Karger schon jetzt.

Termin: Die Synode von Homberg, Stadtkirche, 22. Oktober 2017. Beginn 19 Uhr.

Hintergrund:

Das 2017 bevorstehende 500jährige Reformationsjubiläum wirft seine Schatten voraus. Die Reformationsstadt Homberg ist eng mit der hessischen Geschichte verbunden. Die Homberger Synode fand 1526 in Homberg statt, sie gilt als Anfang der Reformation in Hessen.

Zur Person:

Almuth Karger ist 52 Jahre und lebt in Homberg. Sie ist Vorsitzende der Kleinen Bühne Schwalm-Eder. Sie hat schon Regie geführt und als Schauspielerin auf der Bühne gestanden. Über einen Kurs der Volkshochschule kam sie zum Schreiben und zur Schauspielerei. Almuth Karger ist verheiratet und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann das Geschäft „Piazza vita & vespa“ an der Ziegenhainer Straße in Homberg. Dort ist in ihren Pausen auch ein Großteil ihres Drehbuches entstanden.

Quelle: HNA

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