Nach Aus für Stadtbus viel Wind um nichts: Taxifahrt nur für wenige

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Eingeschränkte Alternative: Nur Homberger, die Fahrgäste des Stadtbusses waren, sollen zu günstigen Konditionen in ein Taxi umsteigen können.

Homberg. Eine Fahrt mit dem Taxi als Alternative zum Stadtbus, dessen Verkehr in Homberg eingestellt worden ist – dieses Angebot kann nicht von allen Hombergern in Anspruch genommen werden. Es richtet sich in erster Linie an Bestandskunden des früheren Stadtbusses.

Diese Regelung stößt auf Unverständnis, beispielsweise bei Ursula Kösters, die im Bindeweg eine Podologische Praxis betreibt. Sie hatte gehofft, dass auch ihre Patienten das Taxi in Anspruch nehmen könnten.

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Das sei jedoch abgelehnt worden. Begründung: Es kämen nur Kunden in Betracht, die bisher Stadtbus gefahren sind, die im früheren Einzugsbereich des Stadtbusses leben und Bereiche ansteuern, in denen der Stadtbus früher verkehrt habe.

Nach dieser Regelung zahlt der Fahrgast 1,50 Euro pro Fahrt wie bisher beim Stadtbus, die Differenz zu den tatsächlichen Kosten übernimmt die Stadt. Um die Auslagen bei der Stadt geltend machen zu können, müssen Quittungen des Taxiunternehmens, des Arztes beziehungsweise Einkaufsbelege vorgelegt werden. In das neue Angebot der Stadt sind alle Homberger Taxi-Unternehmen eingebunden.

Es sei nie das Ziel gewesen, einen neuen Benutzerkreis zu erschließen, erklärte Helmut Wagner, Leiter des Homberger Ordnungsamtes, auf Anfrage der HNA. Im Vorfeld sei der Bedarf ermittelt worden, es habe auch eine Bürgerbefragung gegeben, erklärte Helmut Wagner.

Die jetzt gefundene Lösung sei auf jene Kunden zugeschnitten, die früher den Stadtbus nutzten. Zehn bis 15 seien das pro Tag gewesen.

Wenn sich nun jemand melde, der bisher nicht gefahren sei, dann müsse von Fall zu Fall entschieden werden, ob die Kosten übernommen werden könnten.

Die Umstellung auf das Taxi-System sei ein Entgegenkommen der Stadt gewesen. Es könne nicht sein, dass statt des Stadtbusses der Taxiverkehr deutlich ausgeweitet werde und die Stadt dafür aufkommen müsse. Helmut Wagner: „Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Stadt.“

Der Betreiber der Stadtbuslinie hatte das Angebot aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben (wir berichteten). „Man tut hier so als würde ein neuer Service angeboten. Dabei ist es viel Lärm um nichts“, sagt hingegen Ursula Kösters. Wenn man so etwas anbiete, dann doch für alle, die es betrifft. „Da sollte das Gleichheitsprinzip gelten“, fügt sie hinzu.

Ihre Podologie-Praxis liege im Bindeweg in der Nähe von gleich zwei Stadtbushaltestellen. Warum ihre Kunden von dem Angebot ausgeschlossen sein sollten, kann sie nicht verstehen. KOMMENTAR

Quelle: HNA

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