Parlament Schrecksbach kritisch gegenüber Windräder – Jetzt Befragung der Einwohner

Viel Wind um den Wind

+
Wird die Ansicht gestört? So nah würden die Anlagen zwar nicht an der Kapelle Schönberg stehen, doch die Menschen fürchten um den schönen Blick auf ihr Denkmal.

Schrecksbach. Viel Wind um den Wind: Kritisch stand des Schrecksbächer Parlament in der vergangenen Sitzung dem Thema Windkraft gegenüber. Nun sollen die Schrecksbächer ihre Meinungen abgeben, ob sie Windräder in der Gemeinde wollen.

Zwei Gebiete kommen in Schrecksbach laut Plan des Regierungspräsidiums Kassel (RP) für Windkraftanlagen in Frage: der Bereich zwischen Merzhausen und Röllshausen (Auf dem Gebrannten) sowie zwischen Schrecksbach und Immichenhain (Steinküppel). Laut Aussagen von Eon Mitte Natur könnten auf Schrecksbächer Gebiet insgesamt vier Windräder aufgestellt werden.

Die Bedenken von Bürgermeister und Parlament sind: Der Blick auf die Kapelle Schönberg werde beeinträchtige, Anwohner hätten mit Lärm und Schattenwurf der Windräder zu rechnen und die heimische Tierwelt würde unter den Anlagen leiden. Doch es geht auch ums Geld. Die Gemeindekasse ist leer, Bürgermeister Andreas Schultheis sieht nur wenig Chancen, dass sich Schrecksbach an den Windrädern beteiligen könne.

SPD-Mandatsträger Torsten Biesenroth sagte: „Ein solcher Spargel kostet drei Millionen Euro.“ Seine Befürchtung ist, dass sich ausschließlich Betreiber und Landbesitzer die Taschen voll machen würden. Schrecksbach und seine Bewohner gingen leer aus. Deutliche Worte fand Andreas Frisch (UWG): „Ich möchte keine Windkraftanlagen hier.“

Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung eine Bürgerbefragung. Dazu veranstaltet die Gemeinde drei Infoabende zum Thema Windkraft, im Anschluss können die Anwesenden ihre Stimme für oder gegen Windräder abgeben.

Bindend ist die Bürgerbefragung jedoch nicht für die Entscheidungsfindung. „Es ist wichtig, erst einmal ein Meinungsbild einzufangen“, sagte Bürgermeister Schultheis. Laut Ortsvorsteher Bernd Helmbold gebe es in der Bevölkerung derzeit noch keine Stimmung für oder gegen die Anlagen.

Die Voraussetzung für ein Ja der Gemeinde zu Windkraft ist, dass Schrecksbächer und die Gemeindekasse davon profitieren. Möglich sei dies über eine Beteiligung in Form einer örtlichen Genossenschaft. Über diese Genossenschaft wird auch gesichert, dass Schrecksbach Gewerbesteuer der Windräder bekäme.

Bis Ende Mai hat die Gemeinde Zeit, Position zum neuen Windenergiekonzept gegenüber dem RP zu beziehen.

Doch ein schlichtes Nein reicht nicht aus, um dem Bau der Windräder zu stoppen. Die Gemeinde bräuchte fachliche Argumente wie den Natur- oder Denkmalschutz, um die Pläne abzuwehren.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare