Kleine Bühne Hausen präsentierte einen anderen Blick auf die Weihnachtsgeschichte

Mit viel Witz und Charme

Hausen. Gleich zweimal vor ausverkauftem Haus präsentierten die Laienschauspieler der „Kleinen Bühne Hausen“ am Wochenende in Klingers Scheune die Weihnachtsgeschichte nach Hausener Art. Die Zuschauer erwartete eine witzige Interpretation der Weihnachtsgeschichte mit sympathischen Figuren und zahlreichen Verweisen auf die Gegenwart.

Die Bühne in der Scheune war mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Bereits ab 15 Uhr gab es auf dem Hof Glühwein, Bratwurst und Brezeln. Ein Angebot, welches aufgrund der nasskalten Witterung gerne angenommen wurde.

Karl-Heinz Klinger stimmte die Zuschauer in Hausener Platt auf einen amüsanten Theaternachmittag ein. Wie würden wir heute auf die Geburt von Jesus reagieren, fragte er das Publikum. „Säugling in Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln. Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen“, hätten die Zeitungen wohl getitelt sagte Erzähler Klinger mit einem Augenzwinkern.

Die bekannte Geschichte

Die „Hiisener Weihnachtsgeschichte“ bewegte sich auf bekanntem Terrain. Ort der Geschichte war Bethlehem vor über 2000 Jahren. „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde“, begann Klinger die Geschichte von Jesu Geburt und im selben Moment kam Ulrich Riedmann in der Rolle des Zimmermanns Josef, mit seiner von Silke Hahl eindrucksvoll gespielten schwangeren Frau Maria auf ihrem Weg zur Volkszählung mitten durchs Publikum.

Josef nutzte auch gleich die Gelegenheit und verteilte eifrig Visitenkarten: Er hätte da eine kleine Schreinerei in Nazareth eröffnet, erklärte er und dieser Satz zog sich bis zum Schluss durch die Vorstellung. Spätestens hier wurde jedem klar, dass die Weihnachtsgeschichte nach Hausener Art zwar bekannt aber doch etwas anders ist.

Maria offenbarte Josef vor dem Stadttor, dass er nicht der Vater sei, worauf dieser antwortete: „Das war bestimmt dieser römische Briefträger.“ Die römischen Soldaten Luigi und Mario schimpften über den harten Auslandseinsatz und Caspar von den Heiligen Drei Königen klagte über den langen Weg zum Stall: „Hätte ich denn gedacht, dass der Nahe Osten so weit weg ist.“

Autor und Regisseur Ralf Schäfer hatte die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium mit viel Witz und Charme überarbeitet. Lebendig, spritzig und textsicher präsentierten die Hobbyschauspieler die Kleinen Bühne Hausen das Stück. Spaß und Spielfreude waren den Darstellern anzusehen. Als nach einer Stunde das Ensemble auf der Bühne stand, bedankte sich das Publikum mit begeistertem Applaus für die Theatervorführung.

Von Matthias Haass

Quelle: HNA

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