Aus für viele befristete Lehrer im Schwalm-Eder-Kreisen

Schwalm-Eder. An Gymnasien im Schwalm-Eder-Kreis fallen zum neuen Schuljahr 22 Lehrerstellen weg. Die Gründe dafür sind laut Hessischem Kultusministerium der Wegfall des Doppeljahrgangs G8/G9 und sinkende Schülerzahlen.

Insgesamt werden dem Schulamtsbezirk Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg nach aktueller Planung 83 Stellen weniger zugeteilt als im vorigen Schuljahr.

Lehrer von Gymnasien werden an Gesamtschulen sowie Haupt- und Realschulen abgeordnet. An diesen Schulen werden Lehrer mit Vertretungsverträgen nicht weiterbeschäftigt.

Betroffen sind dabei vornehmlich junge Kollegen an den Schulen, die lediglich über Vertretungsverträge verfügten beziehungsweise solche zugesagt bekommen haben. Besonders prekär: Einige junge Lehrer erhielten Zusagen in der Region, sagten dafür Stellen in anderen Bundesländern ab und müssen nun Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen. Da die Lehrer während ihres Referendariats Beamte sind, zahlen sie nicht in die Arbeitslosenversicherung ein und haben somit auch kein Anrecht auf entsprechende Leistungen.

Mehr als 6000 Lehrer sind in Hessen derzeit befristet beschäftigt. Die Zahl hat sich seit 2003 (2580) laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mehr als verdoppelt. Birgit Koch, stellvertretende GEW-Vorsitzende in Hessen aus Kassel, berichtet von einer Lehrerin im Landkreis, die mit 53 Jahren ihren 38. Vertrag hat. Viele Lehrer würden sich nicht trauen, den Rechtsweg zu beschreiten: „Wer klagt, bekommt gar keinen Job.“

Als besonders gravierend bezeichnen die Schulleiter Karl Adam Stiebeling (Gudensberg) und Dr. Ulrich von Nathusius (Fritzlar) die fehlende pädagogische Kontinuität. In der Praxis komme es vor, dass Biologie-Abiturienten in drei Jahren drei verschiedene Leistungskurslehrer gehabt hätten.

Von Damai D. Dewert 

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Quelle: HNA

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