Europa-Abgeordneter Michael Gahler in Melsungen

Viele Gründe, um wählen zu gehen

Zu Besuch bei B. Braun: Christopher Diehl, Kandidat für die Europawahl des Schwalm-Eder-Kreises (von links), Europa-Abgeordneter Michael Gahler und Michael Ströter, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Zweckverband Raum Kassel. Foto: Ziemann

Melsungen. Der CDU-Europa-Abgeordnete Michael Gahler hat gestern während seiner Wahlkampftour B. Braun besucht, den größten Arbeitgeber des Schwalm-Eder-Kreises. Gahler ist für halb Hessen zuständig, unter anderem für den Schwalm-Eder-Kreis. Er kandidiert für die Europawahl am Sonntag, 25. Mai. Vor seinem Rundgang durch das Werk P in den Pfieffewiesen stellte sich der 54-jährige gebürtige Frankfurter den Fragen unserer Zeitung.

Straffer Terminplan

Michael Gahler hat zurzeit einen straffen Terminplan: Firmenbesuche, Gespräche mit Jugendlichen, Podiumsdiskussionen und vieles mehr. Doch was macht der CDU-Mann, wenn gerade keine Wahl ansteht? „Ich bin von montags bis donnerstags entweder in Brüssel oder in Straßburg“, sagte er. Ab donnerstagabends hat Gahler dann Zeit, sich um seinen Wahlkreis zu kümmern. „Ich habe während der jetzigen Legislaturperiode zum Beispiel mehrere Firmen, Schulen und Bundeswehrstandorte in Nordhessen besucht.“

Gahler hofft auf eine Wahlbeteiligung von über 50 Prozent. „Die Menschen sollen zur Wahl gehen, damit die Populisten und Europa-Gegner nicht zu stark werden, denn mit denen kann man keine Zukunft gestalten,“ sagte er. „Die Wähler müssen ihre Stimme abgeben, um den Einfluss dieser Anti-Parteien so klein wie möglich zu halten.“

Doch was könnte ein Grund dafür sein, dass die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist? Gahler hat bei Terminen in seinem Wahlkreis gemerkt, dass viele gar nicht wissen, was die EU überhaupt macht. „Es ist immer ein wenig wie bei der Volkshochschule“, sagte Gahler. „Vielen Menschen muss man die Strukturen der EU erst erklären.“

Erstmals werden bei der Europawahl Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt. Michael Gahler findet diese neue Regelung gut. „Die Menschen können so die verschiedenen Inhalte der Parteien mit Gesichtern verbinden“, sagte der Europaabgeordnete im Gespräch.

Am übernächsten Sonntag wird sich zeigen, wie viele Menschen wirklich ihr Kreuzchen setzen. „Es sollte dieses Mal mehr Gründe für die Menschen geben, zur Europawahl zu gehen als noch vor fünf Jahren“, sagte Gahler. „Die Ukraine-Krise hat gezeigt, was es bedeutet, ein Land in Europa zu sein, aber nicht zur Europäischen Union zu gehören.“

Punktuell unterstützen

Außerdem sei in den vergangenen sieben Jahren über eine halbe Milliarde Euro Fördergeld der Europäischen Union allein nach Hessen geflossen. „Die EU kann die Defizite der Mitgliedsstaaten nicht verringern, aber sie kann an bestimmten Stellen punktuell unterstützen,“ so Gahler. Zum Beispiel stelle die EU Milliardenhilfen für die Integration benachteiligter Menschen zur Verfügung.

Von Theresa Ziemann

Quelle: HNA

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