Für mehr Schwimmkurse fehlt es an Bädern und Trainern

Viele Kinder im Kreis können nicht schwimmen

Schwalm-Eder. Die Zahl von Ertrinkungstoten steigt Jahr für Jahr, doch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann die Zahl ihrer Schwimmkurse im Landkreis nicht aufstocken.

Dazu gibt es nicht genügend Schwimmbäder in der Region, sagt Jürgen Elborg von der DLRG Schwalm-Eder. Dabei sind die Zahlen alarmierend. Rund 15 von 100 Kindern und Jugendlichen können nicht schwimmen, so eine Erhebung des Robert-Koch-Instituts. Zwar bietet jede der zwölf Ortsgruppen im Kreis Schwimmkurse an, „wir sind immer ausgebucht“, sagt Elborg. Allerdings benötige man für regelmäßige Kurse einen separaten Bereich im Becken - bevorzugt in Hallenbädern. In Freibädern würden die Kurse wegen unbeständigen Wetters oft einfach nicht stattfinden. „Und zum Beispiel das Europabad in Treysa können wir im Sommer nicht nutzen.“

Und die Ortsgruppen haben nicht genügend ehrenamtliche Schwimmtrainer. Für jeden Kurs werden laut Jürgen Elborg zwei Trainer für zehn Kinder benötigt. Zumindest im Einstiegsalter von fünf Jahren bei den Wassergewöhnungskursen könnten nicht mehr Kinder gleichzeitig betreut werden. In Hessen wird Schwimmunterricht von den Grundschulen geboten. Spätestens nach der 4. Klasse sollen laut Schulamt Schwalm-Eder alle schwimmen können. Allerdings ist nicht vorgesehen, dass Unterricht nötigenfalls nachgeholt wird - problematisch vor allem für Zugezogene, darunter Flüchtlinge. Ob Kinder schwimmen können, wird an den Schulen lediglich anlassbezogen geprüft - zum Beispiel vor Wandertagen und Klassenfahrten.

Laut der Erhebung der DLRG sind im Jahr 2015 in Deuschland mindestens 488 Menschen ertrunken. Damit stieg die Zahl der Opfer gegenüber 2014 um 24,5 Prozent. Das ist der höchste Stand seit neun Jahren. Besonders die hohe Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge bereitet der DLRG erhebliche Sorgen. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor, jedoch sind es nach Informationen der „Welt“ bereits jetzt über 20 Flüchtlinge.

Nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts variieren die Zahlen der Toten in Hessen zwischen 14 (2007, 2011) und 29 (2006). In Schwimmbecken waren es maximal fünf (2005), in natürlichen Gewässern bis zu elf (2005, 2010).

Quelle: HNA

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