Internet und Großfilialisten stellen für die örtlichen Buchhändler keine übermächtigen Gegner dar

Viele Kunden kaufen Bücher bewusst im Laden

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Ist gern Buchhändlerin in Neukirchen: Dr. Michaela Stommel.

Schwalm. Den Buchhandlungen auf dem Land schien vor einigen Jahren das Totenglöckchen zu läuten, doch die Entwicklung ist eine andere.

Während die großen Filialisten in den Städten „extreme Schwierigkeiten“ haben, so Heinrich Riedmüller vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, sind die hiesigen Buchhändlerinnen zufrieden.

Dr. Michaela Stommel zum Beispiel. Ihr „Buch am Markt“ in Neukirchen führt sie seit 13 Jahren. Als ihr erster Sohn geboren wurde, kehrte die promovierte Biologin der Forschung den Rücken. Den Neubeginn als Buchhändlerin bereut die heute dreifache Mutter nicht. Eine goldene Nase könne man sich zwar nicht verdienen, aber die Arbeit macht ihr nach wie vor großen Spaß. „So konnte ich Familie und Job verbinden, es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

Die Konkurrenz im Internet ist für sie kein Angstgegner. „Was die können, können wir auch, und bei uns gibt‘s die individuelle Beratung noch dazu“, sagt Michaela Stommel. Sie freut sich, wenn Kunden bewusst im örtlichen Buchhandel kaufen, und das seien viele. „Wenn Leser im Internet schauen, aber bei uns kaufen, freut mich das natürlich.“ Vielen sei klar, dass sie mit ihrem Kaufverhalten zum Fortbestand des Angebotes beitragen.

Das hat Michaela Stommel kontinuierlich ausgeweitet, „das Zusatzsortiment neben dem Buch puffert manches ab“, sagt sie. Und seit einiger Zeit bietet sie erfolgreich auch E-Books an. Eine Aufgabe sieht sie darin, die ganz jungen Kunden von den eigenen Vorzügen zu überzeugen. Die kauften heutzutage fast reflexhaft im Internet. „Dass auch bei uns die Bestellung am nächsten Tag da ist, wissen die oft gar nicht, nehmen aber oft Nachteile wie Versandgebühren in Kauf.“ (aqu)

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Quelle: HNA

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