Musik und Diskussion zum Holocaust-Gedenktag: 70 Jahre Wannsee-Konferenz

Viele sprechen erst heute

Jüdische Musik von der Frankfurter Klezmer-Band: von links Valeri Komman, Don Hen, Nikolai Muck und vorne Rita Siegmann.

Fritzlar. „Das Schrecklichste war der Gedanke: Alle anderen sind tot.“ So zitierte Margarete Bürger die Aussage einer Holocaust-Überlebenden. Margarete Bürger ist ehrenamtliche Mitarbeiterin von Nechama, einer Hilfsorganisation für Holocaustbetroffene in Jerusalem.

Von dieser Arbeit, den Begegnungen und Erfahrungen, die sie in den eineinhalb Jahren ihres Aufenthaltes in Jerusalem gemacht hat, berichtete die pensionierte Lehrerin bei der Holocaust-Gedenkveranstaltung des Kulturvereins am Sonntag im Hardehäuser Hof und am Montag während des Bettina-von-Arnim-Forums in der Ursulinenschule.

Ebenfalls bei beiden Veranstaltungen sprach der Leiter des Israelprojektes der Vereinigung Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), Bernhard Krane, von Begegnungen mit Holocaust-Opfern. Zudem referierte er über die aktuelle Situation in Israel und Palästina.

Eine Lösung des Streits beider Völker um das Land und die Vormacht werde es vermutlich nicht geben, sagt Krane. Er sei nicht immer dieser Meinung gewesen, doch seine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Konflikt habe ihn zum Pessimisten gemacht. Wann immer sich eine Lösung anbahne, werde sie umgehend im Keim erstickt, sagt Krane weiter. Vorschläge von Außenstehenden erwiesen sich vor Ort als nicht umsetzbar.

Anlass zu der Veranstaltung des Kulturvereins Fritzlar war der 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz, bei der 1942 die Verfolgung und Ermordung der noch lebenden Juden beschlossen worden war.

„Wir möchten die Schüler sensibilisieren für Themen, die sie auch außerhalb des Schulalltags betreffen könnten“, erklärt Dagmar Lohmann, eine der Organisatorinnen des Forums.

Von Christel Eberlein

Mehr in der gedruckten Ausgabe der Frozlar-Homberger Allgemeinen

Quelle: HNA

Kommentare