750 Jahre Gilserberg: Mitglieder des Heimat- und Geschichtsverein erarbeiten Chronik

Ort mit vielen Gesichtern

Studium historischer Karten: Die Mitglieder um Hans Siesenop (links) und Dr. Jochen Führer (Mitte) bereiten seit mehr als einem Jahr verschiedene Aktivitäten zum Ortsjubiläum vor. Foto: Rose

Gilserberg. Im Juni ist es soweit, dann feiert Gilserberg 750. Geburtstag. Die Vorbereitungen für die Festwoche laufen auf Hochtouren, Festausschuss und Vereine sind fleißig, um das Hochland ins beste Licht zu rücken. Gleich mehrere Projekte betreut der Heimat-, Kultur- und Geschichtsverein.

In Vorbereitung befindet sich zum Beispiel eine Ausstellung von Luftbildern. Dem Verein bot sich vor zwei Jahren die Gelegenheit, ein komplettes Archiv mit Luftaufnahmen aus dem Jahr 1957 anzukaufen. „Es zeigt alle Ortsteile und etwa 75 Prozent der Häuser. Die Fotos sind nur wenigen bekannt und wurden bislang auch nicht veröffentlicht“, erklärt Dr. Joachim Klug. Die Mitglieder sind derzeit damit beschäftigt, die Fotos zu beschriften. Alle Bilder werden außerdem abfotografiert und können pünktlich zur Ausstellung auch erworben werden. Als weitere Aktion ist ein Bilderrätsel geplant.

Ersterwähnung

Der Verein zeichnet auch für einen wichtigen Teil der Festschrift - die Chronik - verantwortlich. Dokumentarisches über die Ersterwähnung fand sich bereits in Archiven, eine Schulchronik von Lehrer Stumme war ebenfalls vorhanden. Neu geschrieben wurde der Teil ab 1957, und zwar von Hans Siesenop. Unter dem Motto „Tradition bewahren - Zukunft gestalten“ beschreibt der Gilserberger den wirtschaftlichen Wandel, die Entwicklung des Ortskernes.

Denn das Gesicht Gilserbergs veränderte sich mit dem Ausbau der Bundesstraße völlig. Markante Fachwerkhäuser sind verschwunden. Die Chronik zeigt unter anderem das alte Handwerk, stellt ihm aber auch das aktuelle Gewerbe gegenüber.

Flüchtlinge siedelten

Dazu verweist die Festschrift auf eine Häuserchronik, die separat von der Familie Pfeffer erarbeitet wird. Sie wird ein ganzes Buch füllen. „Einer der Schwerpunkte war auch die Bevölkerungsveränderung. In Gilserberg siedelten sich viele Flüchtlinge, später Russlanddeutsche an“, erklärt Siesenop. Daneben dokumentiert die Chronik aber auch Veränderungen der politischen Gemeinde.

In Broschürenform kommt Horst Nordmanns Sammlung „Tausend Worte Gilserberger Platt“ daher. Der Gilserberger hat die Begriffe für sich und seine Enkel aufgeschrieben und gesammelt. Entstanden ist ein 75-seitiges Heft.

Mit dem Ursprung Gilserbergs beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Dorothee Nau. Sie bereitet einen Vortrag zur Geschichte vor.

Auch Historiker Dr. Jochen Führer wird den geschichtlichen Hintergründen auf den Grund gehen und seine Ergebnisse in einem Vortrag präsentieren.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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