Neues Kinderförderungsgesetz in Kraft – Übergangsfrist bis 2015

In vielen Kitas bleibt vorerst alles beim Alten

Wolfhager Land. Größere Gruppen, ein schlechteres Betreuungsangebot und eine Abwertung des Berufstandes der Erzieherin - das fürchteten Mitarbeiter von Kindertagesstätten und demonstrierten im vergangenen Jahr auch in unserer Region gegen das geplante Hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG).

Am 1. Januar ist das Gesetz nun in Kraft getreten. Welche Auswirkungen das KiföG auf die einzelnen Kindertagesstätten tatsächlich haben wird, ist derzeit nicht absehbar.

„In Wolfhagen bleibt alles beim Alten“, erklärte Bürgermeister Reinhard Schaake auf Anfrage der HNA. Die städtischen Kindertagesstätten seien schon in der Vergangenheit personell besser ausgestattet gewesen, als gesetzlich vorgegeben. Daran werde sich auch künftig nichts ändern. „Das ist politischer Konsens“, sagte Schaake. In Bezug auf die Finanzzuwendungen des Landes Hessen (siehe Hintergrund) rechnet der Rathauschef mit keinen gravierenden Veränderungen.

Für Bad Emstal wird sich die neue Einzelförderung laut Bürgermeister Ralf Pfeiffer finanziell eher positiv auswirken, weil die Gruppen in den Kindertagesstätten voll sind. Auch seine Kommune plant bisher nicht, am Personalschlüssel etwas zu verändern.

In den Kindergärten der Stadt Naumburg stehen vorerst ebenfalls keine Neuerungen auf dem Programm. Die Stadt wird nach Aussage von Hauptamtsleiter Thomas Fingerling zunächst die Übergangsfrist in Anspruch nehmen. Diese gilt für Träger mit gültiger Betriebserlaubnis noch bis zum 1. September 2015.

Eine Frist, die in Habichtswald nicht ausgeschöpft werden soll. Laut Bürgermeister Thomas Raue ist angedacht, dass die Gemeinde das KiföG zum 1. März umsetzt. Die Feinheiten sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Derzeit seien die gemeindlichen Kindertagesstätten gut besucht.

Das Hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG) ist am 1. Januar in Kraft getreten. Es regelt die finanzielle Förderung des Landes für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege und beschreibt die Mindestvoraussetzungen für den Betrieb einer Kindertagesstätte. Nach dem KiföG wird der Fachkraftbedarf einer Einrichtung nicht mehr wie bisher nach der Anzahl der Gruppen berechnet, sondern pro Kind (je nach Alter und Betreuungsumfang). Auch die finanzielle Förderung des Landes richtet sich nun nach der Anzahl der betreuten Kinder in einer Einrichtung. Infos im Internet: https://hsm.hessen.de/hessisches-kinderfoerderungsgesetz.

Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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