Vielfalt kann eine Chance für den Arbeitsmarkt sein

Sie diskutierten: von links Bernd Richter, Bernd Basczok, Heidi Hagelüken, Jürgen Schröter-Klaenfoth, Timo Lorenz , Stefanie Norbisrath , Bastian Ludwig und Kerstin Burke . Foto: nh

Melsungen. So vielfältig wie die Bevölkerung, so vielfältig kann es auch in Unternehmen zugehen. Alter, Geschlecht und die Herkunft sollten keine Rolle spielen, sondern als Chance betrachtet werden. Das war der einhellige Tenor einer Podiumsdiskussion, die an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen stattfand.

Sie bildete den Abschluss des „Trialogs der Kulturen“ an der Schule, Schüler und Lehrer zogen dabei Bilanz. Dazu hatte die Schule Vertreter aus Wirtschaft, Bildung und Politik zu einer Diskussion zum Thema „Vielfalt im Unternehmen und in der beruflichen Bildung“ eingeladen. Gefördert wurde das Projekt von der Herbert-Quandt-Stiftung.

200 Schüler hörten zu

200 Schüler hatten sich im Foyer der Radko-Stöckl-Schule versammelt, um die Diskussion, an der Kerstin Burke (Daimler Werk Kassel), Stefanie Norbisrath (B. Braun), Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer und Heidi Hagelüken (Studienseminar für berufliche Bildung Kassel) teilnahmen, zu verfolgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von HNA-Redakteur Bastian Ludwig. In der Diskussion ging es vor allem um die Frage, wie deutsche Unternehmen etwa kulturelle und religiöse Vielfalt als Potenziale nutzen können. Burke und Norbisrath, die beide im Bereich der Personalentwicklung tätig sind, machten darauf aufmerksam, dass die deutsche Wirtschaft zukünftig auf eine vielfältige Arbeitnehmerschaft angewiesen sein wird. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sei die Arbeitsleistung aller Erwerbsfähigen gefragt. Egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts, Alters oder sexueller Orientierung, die Stärken eines Jeden seien nötig, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu halten.

Heidi Hagelüken vom Studienseminar machte deutlich, dass auf diesem Weg auch ein Umdenken in der Lehrerbildung erforderlich sei. Lehrer müssten zu Lernberatern ausgebildet werden, die die Schüler in ihren individuellen Bedürfnissen fördern. Nur so könnten auch Schüler mit schlechteren Voraussetzungen ihre Möglichkeiten erkennen und vermeintliche Nachteile, etwa einen Migrationshintergrund, in Vorteile umkehren.

Klima der Toleranz

Bürgermeister Runzheimer sagte, dass auch die Kommunen ihren Teil dazu beitragen können, um den zukünftigen Kampf um Arbeits- und Fachkräfte für eine Region zu entscheiden. Eine Stadt wie Melsungen könne für die Rahmenbedingungen und ein Klima der Toleranz sorgen.

Bei der Abschlussveranstaltung des „Trialogs der Kulturen“ wurde im Foyer auch eine künstlerisch gestaltete Tafel enthüllt, auf der sich die Herkunft aller Schüler der Melsunger Berufsschule wiederspiegelt. Eine Gruppe aus Schülern stieg mit einem selbst geschriebenen Rap-Lied auf die Bühne, in dem es um Toleranz auf dem Pausenhof geht.

Seit dem Auftakt des „Trialogs der Kulturen“ wurden in der Berufsschule verschiedene Ideen umgesetzt. Sie alle hatten das Ziel, Verständnis für ein interkulturelles Miteinander zu wecken. Dazu gehörten unter anderem eine Fahrt in die Synagoge nach Kassel, ein Theaterstück und künstlerische Aktionen.

22 Prozent der Schüler der Radko-Stöckl-Schule haben einen Migrationshintergrund. (red)

Quelle: HNA

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