Offenes Gartenprojekt bringt Menschen zusammen

Vielfalt im Wolfhager Kirchgarten: In allen Parzellen wird gegärtnert

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Gute Ernte: Stolz präsentieren Melaku Getachew (31) und sein Sohn Natanail (4) ihre selbstgezogenen Zucchinis.

Wolfhagen. Die Gartensaison ist schon weit vorangeschritten, auch im Wolfhager Kirchgarten: Alle 15 Parzellen des offenen Projekts in den Teichwiesen sind vergeben, an Menschen in und aus Wolfhagen, an Einheimische und Flüchtlinge.

Und: Die Früchte sind üppig. Mitgründerin Maike Gränzdörffer erzählt begeistert: „Das Projekt zeigt, dass das Zusammenleben gut funktioniert. Unsere Erwartungen wurden übertroffen.“

Mit „uns“ meint Gränzdörffer sich und die Wolfhager Andrea Appel, Max Günther und Marion Reif-Kaiser, die das Projekt im März dieses Jahres starteten und seitdem fachmännisch betreuen. Sie gärtnern und geben Tipps zu den heimischen Pflanzen. Denn: „Die Menschen aus anderen Ländern kannten unsere Kulturen nicht, wann und wie etwas gesäht wird,“ so Gränzdörffer.

Jeden Mittwochnachmittag bieten sie gemeinsames Gärtnern an. Der Garten sei aber jederzeit offen. Außerdem gibt es Grillaktionen und lockere Treffen.

Freude am Wachstum 

Sorgen für Wachstum: Marion Reif-Kaiser (links) und Maike Gränzdörffer arbeiten, damit Pflanzen und Beziehungen gedeihen.

Melaku Getachew (31) nimmt die Angebote gerne an und ist mit seinem vierjährigen Sohn Natanail regelmäßig im Kirchgarten. Sie bauen unter anderem Zucchinis und Bohnen an und konnten schon einiges ernten: „Ich mag es, frisches Obst und Gemüse zu haben“, so der Mann aus Äthopien. Auch durch ihn und seinen Sohn ist der Garten zu einem Ort der Vielfalt geworden: Neben unseren heimischen Pflanzen gibt es hier auch Kräuter und Gewürze.

Marion Reif-Kaiser betont, dass das Gärtnern einigen Menschen als Beschäftigung diene, auch wenn sie noch keine Arbeitserlaubnis hätten: „Es macht Freude, etwas wachsen zu sehen.“

Zukunft gesichert 

Am Ende der Gartensaison steht eine kleine Party für die Parzellennutzer. Dann kommen alle zusammen und überlegen, wer die Parzellen weiterhin bewirtschaften will. Eventuell wird auch ein zusätzlicher Teil des Gartens in Parzellen umgewandelt. Für das nächste Jahr gibt es auch schon Ideen: eine Lesung mit Live-Musik.

Das Projekt offener Kirchgarten hat solide Wurzeln: Gespendete Pflanzensamen und Werkzeuge sind genügend vorhanden. Und die Pacht von der Kirchengemeinde ist unbegrenzt. Es kann also vielfältig weitergehen.

Quelle: HNA

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