Rechnung auf den letzten Drücker

Vier Jahre nach Bauarbeiten: Dörnberger sollen zahlen

Dörnberg. Ingo Herberger ist stinksauer. Und mit ihm weitere Anwohner der Straßen Schöne Aussicht, Schießhecke, Platte, Lichtebusch, Lindenbeutel und Laubachstraße in Dörnberg. 

Vier Jahre nach Abschluss der Arbeiten an Kanal und Trinkwasserleitung erhielten sie Briefe aus dem Rathaus. Darin wird den Anliegern mitgeteilt, dass ihnen noch im Oktober Gebührenbescheide zugehen würden. Auch die Beträge sind in dem Schreiben genannt.

Im Fall von Ingo Herberger, der an der Schießhecke wohnt, handelt es sich zusammen um 2467 Euro. Der Betrag wird fällig für die Erneuerung der Hausanschlüsse für Kanal und Wasser und soll nach Eingang des Bescheides innerhalb von vier Wochen beglichen werden. Ausgeführt worden waren die Arbeiten zwischen 2010 und 2012. „In einer Anliegerversammlung war uns damals gesagt worden, dass keine zusätzlichen Kosten auf uns zukommen würden“, sagt der Dörnberger, der sich während der jüngsten Bürgerversammlung in Ehlen über das Vorgehen der Gemeinde beschwerte.

„Vier Jahre haben wir nichts gehört, nun wird uns demnächst eine Rechnung ins Haus flattern“, sagt der 50-Jährige, der ankündigte, der Zahlungsaufforderung nicht nachkommen zu wollen. Er glaubt, das Gesetz auf seiner Seite zu haben.

Kritik teilweise berechtigt

Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue (SPD) kann die Kritik teilweise verstehen. „Beim Erstellen der Bescheide haben wir uns viel Zeit gelassen“, sagt Raue. Das sei nicht im Sinne eines guten Bürgerservices. Der Verwaltungschef erklärte allerdings auch, dass die Bescheide noch innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist zugestellt würden. Diese Frist liegt bei vier Jahren nach Abschluss der Bauarbeiten. „Selbstverständlich hätte eine Zwischenmeldung unmittelbar nach der Baumaßnahme erfolgen können“, räumt Raue ein. Künftig wolle die Gemeinde darauf achten.

Auseinander gehen die Meinungen beim Thema Information über die anstehenden Gebühren. Während Herberger und mit ihm weitere Personen, die in dem Wohngebiet leben, meinen, nicht über die anfallenden Kosten in Kenntnis gesetzt worden zu sein, ist Raue vom Gegenteil überzeugt. „Alle Anwohner, die zur Anliegerversammlung eingeladen waren, haben ein Protokoll über diese Versammlung erhalten.“ Und auch jene, die nicht an der Veranstaltung teilgenommen haben, seien angeschrieben worden. In dem Schreiben sei den Anwohnern mitgeteilt worden, dass die Sanierung für die Wasserleitung, die Abwasserleitung, die Straßen und die Gehwege für die Anlieger kostenfrei erfolge, allerdings die Kosten für die Hausanschlüsse in Rechnung gestellt werden müssten. „Dieses Schreiben habe ich nie erhalten“, sagt Gebäudeeigentümer Ingo Herberger, und „ich hebe jeden Brief auf, der das Haus betrifft.“

Während der Bürgerversammlung bot Thomas Raue an, dass Anwohner, die die Summe nicht auf einmal zahlen können, sich im Rathaus melden könnten, um eine Lösung zu finden. 

Quelle: HNA

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