Kreistag ebnet den Weg für Mittelstufe mit stärkerer Ausrichtung auf die spätere Berufswahl

Vier Schulen wollen den Versuch wagen

Schwalm-Eder. Vier Schulen aus dem Landkreis bewerben sich im Schwalm-Eder-Kreis um die Teilnahme an einem Modellversuch zur so genannten Mittelstufenschule. Haupt- und Realschule sollen enger verzahnt und die spätere Berufswahl besser vorbereitet werden. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Kreistag am Montag diesem Schulversuch zu.

Beworben haben sich die Gesamtschule Felsberg, die Haupt- und Realschule Fritzlar, die Haupt- und Realschule Homberg (in Kooperation mit der Hauptschule Knüllwald) sowie die Grund-, Haupt- und Realschule Frielendorf. Voraussichtlich werden aber nur zwei Schulen aus dem Landkreis den Zuschlag erhalten, weil im Schulamtsbezirk auch zwei aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg berücksichtigt werden müssen.

Bis zur 7. Klasse werden die Schüler gemeinsam unterrichtet, erst dann folge die Entscheidung, ob ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine an der Praxis orientierte Bildung in Frage komme, berichtete Landrat Frank-Martin Neupärtl. Unter anderem sei auch eine Verzahnung mit der Berufsschule geplant. Eine rechtliche Grundlage gebe dafür noch nicht. Deshalb handele es sich um einen Schulversuch.

Diese Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt und die geplante individuelle Förderung lobte Hans Poth (SPD). Die Eltern wendeten sich von der Hauptschule ab, die Wirtschaft beklage, dass die Schüler nicht berufsreif seien. Die Mittelstufenschule sei auf diese Entwicklung die richtige Antwort.

„Die Mittelstufenschule ist die richtige Antwort auf das Wahlverhalten der Eltern.“

Hans-Peter Ziegler

Willi Werner (FWG) erhofft sich größere Chancen für junge Leute, einen Schulabschluss und einen Ausbildungsplatz zu bekommen. „Die Mittelstufenschule ist die richtige Antwort auf das Wahlverhalten der Eltern“, sagte Hans-Peter Ziegler (CDU). Dass für den Landkreis möglicherweise nur zwei Schulen den Zuschlag erhielten, könnte für eine bittere Enttäuschung sorgen.

Die unklare Rechtslage kritisierte Jochen Böhme-Gingold (Die Linke). Man könne keinen Modellversuch starten, wenn später ein Großteil der Arbeit eventuell umsonst gewesen sei.

„Es ist nicht der große Wurf, aber der richtige Weg: Längeres gemeinsames Lernen“, sagte Andreas Gründel (Die Grünen). Hier werde Eltern und Kindern aber nichts übergestülpt, meinte Peter Klufmöller (FDP). (hro)

Quelle: HNA

Kommentare