Vortrag mit Medienpädagoge Peter Holnick

Virtuelle Welten hinterfragen

Direktor Klaus Dieter Horchem, Kirchenrat Dr. Rainer Obrock,

Treysa. Um digitale, aber eben auch um reale Welten ging es am Samstagvormittag bei der Auftaktveranstaltung der Hephata-Festtage in Treysa: „Logout statt Knockout“ lautete der Oberbegriff eines gleichnamigen Projektes der Hephata-Förderschule, das Eltern, Lehrer und Schüler in den Blick rückt. Der Vormittag stand im Zeichen der Medienkompetenz, um den verantwortungsvollen Umgang, aber auch im Zeichen von Industrie und Politik - dazu sprach der Medienpädagoge Peter Holnick. Zuvor begrüßte Pfarrer und Direktor Maik Dietrich-Gibhardt die 110 Gäste im Kirchsaal. In der Veranstaltung wurde auch ein Video-Spot zum Thema vorgestellt - für dessen Musik Christian Durstewitz gewonnen werden konnte. Der aus Fritzlar stammende, überregional bekannte Künstler sorgte beim Auftakt live für die passenden Klänge. Holnick gab spannende Einblicke, er rückte „Kindheit digital“ als Bestandsaufnahme in den Fokus. Die Kinder hätten sich am wenigsten verändert: „Dazu haben sie gar keine Zeit mehr.“ Aber es verändere sich der Zugang zur Welt.

Früher trennte man zwischen virtueller und realer Welt. Heute gebrauche man den Begriff „vireale Welt“. Die Jugend reflektiere die reale Welt heute anders, erklärte Holnick. Die Jugend müsse in beiden Welten vorkommen: „Wer nicht bei Google auftaucht, ist der Meinung, es würde ihn nicht geben.“ Dabei seien nicht die Medien das Problem, sondern die Begleitung, die Reflexion durch Eltern und Lehrer.

Lernen durch Krisen

Virtuelle Welten stifteten Sinn und Identität - „dabei ist es wichtig, klar zu machen, dass Kinder eigene Entscheidungen treffen können“. Der Medienpädagoge warnte vor zu viel Angst. Im Alltag und unter den Eltern.

„Es geht nur noch um die Haftung. Die reelle Welt wird dabei als größere Bedrohung als die virtuelle Welt empfunden.“ Dabei seien es gerade die Krisen, durch die wir alle lernten. „Wir müssen auch zulassen, dass Kinder sich ein blutiges Knie holen.“ (zsr)

Quelle: HNA

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