Vogelfreunde Bad Zwesten stellten Haus mit Nistplätzen in Niederurff auf

Im Sommer kamen 48 Schwalben

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Setzten sich für Schwalben ein : von links Burkhard Uhly, Thomas Herla (Mitte) und Richard Wagner von den Vogelfreunden unterm neuen Schwalbenhaus.

Niederurff. Im nächsten Frühjahr soll es am Pfarrhaus in Niederurff eine große Kinderstube geben: In den 48 Schwalbennestern, die mit dem großen Vogelhaus dort entstanden sind, sollen Schwalben ihre Jungen groß ziehen. Die Vogelfreunde Bad Zwesten hatten das Haus jetzt aufgestellt.

Es kostete 7000 Euro und soll den Bestand der geschützten Vogelart sichern helfen. „Die Zahl dieser Vögel nimmt in unserer Region stark ab“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Thomas Herla.

Grund seien die gestiegenen Ansprüche der Menschen an ihre Häuser. Sie wollten nicht, dass die Tiere die Fassaden verschmutzen, und brächten Flatterbänder oder Abweisgabeln an ihren Häusern an. Dazu verschwinden viele klassische Bauernhöfe, in deren Ställen die Tiere in den typischen Nestern brüten.

Das Schwalbenhäuschen, das nun die Vogelfreunde Bad Zwesten aufgestellt haben, ist wie ein kleines Dach konstruiert, unter ihm sind 48 Schwalbennester aus Plastik angebracht, die ihren Vorbildern aus der Natur zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Öffnungen sind so konzipiert, dass dort keine Spatzen nisten können, nur die schwarz-weißen Zugvögel werden sich darin einnisten, hoffen die Vogelfreunde.

„Die Leute sehen immer nur, dass Schwalben Dreck machen“, sagte Herla. Doch sie seien nützliche Tiere: Die Insektenfresser ernährten sich von Stechmücken und Fliegen. Auch in Niederurff hatte der Ortsbeirat erst nach einer Diskussion im Ort dem Aufstellen des Häuschens zugestimmt. Ein ähnliches Haus sollte schon 2008 in Bad Zwesten gebaut werden.

Der Bestand der Schwalben sei gerade im Kernort in Bad Zwesten stark geschrumpft, sagte Richard Wagner von den Vogelfreunden und der Vogelschutzbeauftragte der Gemeinde. 294 Nester von Mehlschwalben und 250 von der Rauchschwalbe nahm er in die Liste auf – inklusive Kerstenhausen. Mehlschwalben nisten an den Hauswänden, Rauchschwalben in Ställen, erklärte er.

Allein 73 Nester befinden sich in Niederurff. Nun hoffen die Vogelschützer noch, dass sich im Frühjahr möglichst viele Vögel dazu im neuen Haus ansammeln. Dafür müsse der Platz aber erst einmal angenommen werden.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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