Selbst Experten sind sich nicht einig

Vogelfütterung: Hilfe oder Frevel?

Gast am Futterhäuschen: Weibliche Kohlmeise, erkennbar am zum Bauch hin auslaufenden schwarzen Brustband Foto: Stübing

Schwalm. Über kaum ein Thema wird zwischen Tierfreunden und Naturschützern so ausdauernd diskutiert wie über die Fütterung von Vögeln im Winter. Fest steht: Wer Vögel füttert, sollte dies richtig tun und kann dabei viel über die gefiederten Wintergäste lernen.

Selbst die Experten sind sich nicht einig, ob die Winterfütterung zu empfehlen oder besser zu vermeiden ist. Einerseits besteht die Möglichkeit, dass die Wintergäste am Futterhaus durch ungeeignetes Futter geschädigt werden oder durch die Verbreitung von Krankheitskeimen unter den unnatürlich eng zusammenkommenden Tieren sogar umkommen können.

Andererseits wird geltend gemacht, dass die Fütterung der Vögel im Winter unsere moralische Pflicht ist, da die Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt vielen Vögeln eine erfolgreiche Überwinterung unmöglich machen.

Die Diskussion auf den Punkt gebracht: Vogelfütterung im Winter ist nur in wenigen Ausnahmen ein Beitrag zum Vogel- oder Naturschutz, da wirklich bedrohte Arten kaum von ihr profitieren. Wer sich am regen Vogelleben im Wintergarten erfreut, sollte so füttern, dass die Vögel nicht zu Schaden kommen: Speisereste sind tabu, gängige Futtermischungen mit Sonnenblumenkernen, ergänzt durch Haferflocken und Äpfel, hingegen gut geeignet. Das Futter sollte zudem trocken angeboten und der Futterplatz regelmäßig gereinigt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Katzen sollten in der Nähe keine Versteckmöglichkeiten finden, damit das überwinternde Rotkehlchen nicht als kleine Zwischenmahlzeit für den Stubenkater des Nachbarn endet.

Wer das beherzigt, kann und sollte guten Gewissens Vögel im Winter füttern und diese Gelegenheit nutzen, mehr über unsere gefiederten Nachbarn zu erfahren. So lassen sich bei den Kohlmeisen z.B. Männchen von den sonst gleich gefärbten Weibchen dadurch unterscheiden, dass sich der schwarze Bruststreifen am Bauch deutlich verbreitert, während er bei den Weibchen kaum ausgeprägt ist.

Auch bei der Amsel gibt es erstaunliche Unterschied: Bei den tiefschwarzen Amseln mit leuchtend gelben Schnäbeln handelt es sich um Männchen, die mindestens zwei Jahre alt sind. Junge Männchen sehen genauso aus, haben aber bräunlich abgesetzte Flügel, während sich die Weibchen durch ein dunkelbraunes Gefieder mit dunklem Schnabel und heller gemusterter Brust auszeichnen.

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

Kommentare