Volksbühne Bad Emstal feierte Premiere mit "Seitensprung für zwei“

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Showdown in den Hotelzimmern: Ilona Neumann (Katja), Tom Biedebach (Tennislehrer Laszlo), Andrea Hüttl (Lea), Wieland Beinert (Dieter), Lothar Neumann (Paul) und Stephanie Pante als Friseuse Sandy (von links).

Sand. Kann ein Seitensprung eine Ehe retten? In der Komödie „Seitensprung für zwei" von Lars Albaum und Dietmar Jacob, das von der Volksbühne Bad Emstal am Samstag im ausverkauften Kur- und Festsaal in Sand zum ersten Mal aufgeführt wurde, soll sie jedenfalls die Lösung für die eingefahrene Ehe von Lea und Paul Fischer sein.

Als nach 24 Jahren Ehe den beiden als Geschenke nichts besseres als ein Nasenhaarstopper und ein beheizbarer Fußwärmer einfallen, und der Hochzeitstag dem Mann sogar entfällt, ist die Ehe von Lea und Paul am Ende, meinen die Freunde Katja und Dieter. Beide sind überzeugte Singles. Um die Ehe von Lea und Paul aufzufrischen, soll das Paar einen geplanten Seitensprung wagen. Aber nach so vielen Jahren ist bei den beiden alles etwas eingerostet und so werden sie von ihren Freunden auf den bevorstehenden Seitensprung „vorbereitet“.

Zum großen Vergnügen der Zuschauer stolzieren die Männer wie Gockel auf der Bühne herum und nehmen „Kontakt“ zu einer Blondine im Publikum auf. Dieters Anmachspruch „So viele Kurven und ich habe keine Bremse“ wird mit viel Gelächter quittiert. Im dritten Akt kommt es dann zum Showdown mit viel Situationskomik und Verwechslungen in Hotelzimmern. Raffinierte Idee der Regisseurinnen Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld: mit Ein- und Ausblendungen des Lichts wird die aktuelle Hotelzimmerszene beleuchtet, während die andere „eingefroren“ ist.

Es kommt letztlich nicht zu dem doppelten Seitensprung, da Tennislehrer Laszlo und Friseuse Sandy, die angeheuerten Geliebten für Lea und Paul, sich ineinander verlieben. Katja und Dieter haben dagegen mit ihren sexuellen Abenteuern nur angegeben. Das Ehepaar ist erleichtert und Paul hat es eigentlich schon immer gewusst: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.“

Es war eine Premiere mit allem Drum und Dran: spielfreudige Akteure, Versprecher und umfallende Requisiten. In dem Stück kamen Stephanie Pante (Sandy) und Tom Biedebach (Laszlo) wenig zum Zuge. Herrlich: Ilona Neumann (Katja) als Sexbombe mit schnoddriger Schnauze. Wieland Beinert überzeugte als „Möchtegern-Playboy“. Andrea Hüttl und Lothar Neumann wirkten sehr authentisch als braves, biederes Ehepaar.

Viele Gags und Kalauer gaben dem Stück die besondere Würze. Das Publikum jedenfalls kam aus dem Lachen gar nicht mehr heraus und spendete den Schauspielern am Ende großen Beifall.

Die Termine: Die weiteren Aufführungen von „Seitensprung für zwei“ sind am 2., 16. und 30. April sowie am 14. Mai um jeweils 20 Uhr, am 16. Mai um 17 Uhr. Tickets im Vorverkauf kosten 8,50 Euro, an der Abendkasse elf. Infos: www.volksbuehne-bad-emstal.de

Von Ursula Neubauer

Quelle: HNA

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