Leidenschaft und Frohsinn

Volles Haus zur Premiere des Schwälmer Mundarttheaters in Zella

Lebensfreude pur: Beim Schwälmer Mundarttheater der Theatergruppe der Sängerchöre Zella gab es viel zu lachen. Fotos: Haaß

Zella. Die Theaterabende des Schwälmer Mundarttheater der Theatergruppe der Sängerchöre Zella gehören seit Jahren fest zum kulturellen Veranstaltungskalender in der Region. Am Samstag war es wieder soweit, und traditionell war der Saal im Landgasthof Bechtel wieder rappelvoll.

Markenzeichen und Publikumsmagnet der Schauspieltruppe sind Schwälmer Platt und die traditionelle Tracht. „Wir müssen gar keine Werbung mehr machen,“ freute sich Ehrenvorsitzender Walter Friedrich, und so waren über 300 Zuschauer bei der kurzweiligen und überaus lustigen Lehrstunde in Sachen Schwälmer Platt und lokalem Brauchtum mit dabei. Nur sechs Wochen Probezeit hatten die 20 Darsteller laut Friedrich für das Einstudieren der einzelnen Stücke gebraucht. Am Premierenabend war von Textunsicherheit jedenfalls nichts zu merken. Professionell, leidenschaftlich und mit Freude spielten die überwiegend jungen Laienschauspieler ihre Rollen.

Fünf Vorstellungen mit jeweils drei Stücken gibt es in dieser Spielsaison, und das herzhafte Lachen der Zuschauer während der Premiere ist Beleg für die glückliche Wahl der Theatergruppe um Vorsitzende Christel Schwalm.

Besonders die Irrungen und Wirrungen im Stück „Bis de Rabbel dütt!“ begeisterten das Publikum. Laura Schwalm, Christel Schwalm, Annchen Wenzlik, Kurt Bechtel, Nicolai Heft und Tobias Schultheis boten Bauerntheater in seiner schönsten Form.

Kurt Bechtel spielte den Hännes mit vollem Körpereinsatz und aß in wenigen Minuten über fünf Schwälmerklöse als Teil seiner Rolle. Die daraufhin folgende notwendige Roßkur war daher um so glaubhafter und weckte mit ihren Slapstick-Elementen Erinnerungen an alte Stummfilmzeiten.

Aber auch bei den vorangegangenen Stücke „Doss gürre Stück“ und „Su in Zuures mett de Kuffer“ blieb kein Auge trocken. Nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz wurden lustige Anekdoten aus dem Alltag in der Schwalm erzählt, welche sich so oder so ähnlich vermutlich wirklich zugetragen haben könnten. Volkstheater mit Charme, Witz und einem Augenzwinkern als bewährtem Erfolgsrezept – den Zuschauern gefiel es bestens.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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