Vorbildlich im Ehrenamt: Körle vergibt Titel und Urkunden an Einwohner

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Ehrung von Politikern: (von links) Jochen Albrand, Klaus Siemon, Peter Carli, Mario Gerhold und Wilfried Werner. 

Körle. Die letzte Parlamentssitzung eines Jahres wird gerne genutzt, um verdiente Bürger auszuzeichnen und um diejenigen zu ehren, die nach einer Kommunalwahl aus der Politik ausgeschieden sind. So hielt es auch die Gemeinde Körle, die am Montagabend eine Reihe von Mitbürgern auszeichnete.

Allen voran Peter Carli. Von 1985 an war er bis 2001 im Gemeindevorstand und danach zehn Jahre Vorsitzender der Gemeindevertretung. Aus Altersgründen hatte er sich nicht wieder zur Wahl gestellt. Für die 26 Jahre im kommunalpolitischen Ehrenamt, so hatte das Parlament entschieden, wurde ihm der Titel Ehrengemeindevertreter verleihen.

Auf nicht ganz so viele Jahre, aber auf immerhin auf 22, bringt es Jochen Albrand. Er war von 1989 bis 2011 Ortsvorsteher von Empfershausen und von 1997 bis 2006 auch Mitglied des Gemeindeparlaments. Ihm wurde der Titel Ehrenortsvorsteher zuerkannt.

Geehrt wurden auch Jörg Brandau und Wilfried Werner, die seit der Kommunalwahl nicht mehr aktiv sind.

Als „vorbildliche Bürger im Ehrenamt“ zeichneten Bürgermeister Mario Gerhold und Bernd Rohleder als Sprecher der Vereine Marianne Wölling, Heinrich Schmoll, Maria Beier, Dieter Zimmermann und die vier Aktivsten der DSL-Arbeitsgruppe aus: Klaus Träbing, Jörg Hermann und Hans-Joachim Boland. Für den im Oktober vergangenen Jahres verstorbenen Herbert Dietrich nahm seine Witwe Annelotte die Auszeichnung entgegen.

Marianne Wölling gibt seit vielen Jahren ihr Wissen, das sie sich in fast 30 Dienstjahren in der Körler Gemeindeverwaltung erworben hat, an Menschen weiter, die beim Sozialverband VdK Rat suchen. Gerhold nannte den VdK einen ganz wichtigen Verein und sagte zu ihr: „Du hast es einfach verdient.“

Als Urgestein eines Körler Ortsteils bezeichnete der Sprecher der Körler Vereine, Bernd Rohleder, bei der Ehrung den Lobenhäuser Heinrich Schmoll. Er sei wie ein Ortsvorsteher, auch wenn es in Lobenhausen keinen Ortsbeirat gibt. Schmoll kümmert sich seit Jahren ums Vereinsleben, investiert eigenes Geld in den Schützenverein und kümmert sich um kulturelle Veranstaltungen. Die Konzerte in der Kirche haben Lobenhausen weithin bekannt gemacht.

Maria Beier gilt als Naturschützerin mit Leib und Seele und ist dies schon länger als es in Körle eine Naturschutzgruppe gibt. 1987 gründete sie mit weiteren Mitstreitern die AG Natur- und Umweltschutz in Körle, heute eine Ortsgruppe des Nabu. Zugleich gehört sie der DSL-Arbeitsgruppe an und hat mit dafür gesorgt, dass es in Empfershausen DSL-Geschwindigkeiten gebe wie in einer Großstadt.

Immer in Bewegung, so charakterisierte Gerhold den früheren Wassermeister und Elektromonteur der Gemeinde, Dieter Zimmermann. Tagsüber sei er mit dem weißen Gemeinde-Caddy unterwegs gewesen, nach Feierabend mit dem roten Feuerwehrauto. Inzwischen fährt der Ruheständler den Bus, mit dem die Kinder zum Waldkindergarten und zurück chauffiert werden – ehrenamtlich. Bislang sei er an 150 Tagen im Einsatz gewesen, sagte Zimmermann.

Als die vier aktivsten Mitglieder der DSL-Arbeitsgruppe wurden Klaus Träbing, Jörg Hermann, Jochen Boland ausgezeichnet sowie posthum Herbert Dietrich. Sie haben daran mitgearbeitet, dass in Körle und Empfershausen Bandbreiten von 50.000 k/bits fürs schnelle Internet verfügbar sind. In Sachen Erschließung per Glasfaser habe Körle nun Vorbildcharakter, lobte der Bürgermeister. (bmn)

Quelle: HNA

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