Parlament erhöht den Druck und fordert die 12 Mio. Euro teure Wallgrabensanierung

Vorladung für den Minister

Wunderschön und hochgradig bedroht: Der Wallgraben in Ziegenhain, hier der Kleine Wallgraben gesehen vom Sparkassenplatz her. Seit sechs Jahren ist das Areal komplett gesperrt. Fotos:  Quehl

Schwalmstadt. „Es ist eher fünf nach als fünf vor 12 Uhr für den Wallgraben“, sagte Peter Hill (CDU) vor dem Stadtparlament. Ziel des Antrags der CDU-Fraktion: Der Hessische Finanzminister Thomas Schäfer, in dessen Verantwortungsbereich das historische Gewässer neuerdings ist, soll zu einer Vereinbarung über die Sanierung nach Ziegenhain kommen.

Hill führte aus, dass die nurmehr notdürftig mögliche Pflege dazu führen werde, das das Gewässer umkippt. Hinzu komme die Verlandung, an manchen Stellen sei der Wallgraben nur noch 30 Zentimeter tief. Allein aus touristischen Gründen und als Anglerrefugium sei der Wallgraben aber unbedingt zu erhalten - „auch wenn die Kampfmittelräumung sehr zeit- und kostenintensiv ist“.

Zum Schluss hoben sich alle Hände für den CDU-Antrag, auch wenn Johannes Biskamp (Bündnis 90/Grüne) die Formulierung nicht zwingend genug fand. „Haarspalterei“ konterte Hill per Zwischenruf. FWG-Fraktionschefin Christel Bald begrüßte die Initiative, die ihre Fraktion schon Ende 2012 angestoßen habe.

Das früher zuständige Justizministerium hatte eine Räumung der Kampfmittel 2011 in Aussicht gestellt. Inzwischen geht man von Kosten in Höhe von 12 Mio. Euro aus. Kontaminiert ist der Wallgraben mit Wehrmachtsmunition und -waffen, deshalb ist nicht der Bund finanziell zuständig, sondern das Land Hessen.

Von Anne Quehl und Sylke Grede

Quelle: HNA

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