Hantaviren – Krankheitserreger von Nagern haften auch am Staub - zehn Fälle im Kreis

Hantaviren: Vorsicht vor Mäusen

Hauptüberträger der Hantaviren: die Rötelmaus. Archivfoto:  nh

Kreis Kassel. Auch in Hessen steigt die Zahl der Infektionen mit Hantaviren immer noch an: 116 Menschen sind in diesem Jahr bereits erkrankt, in Stadt und Landkreis Kassel sind es bislang 14 Betroffene, zehn davon im Kreis.

Das sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Das sei keine dramatische Zahl, dennoch eine, die zur Vorsicht mahne, betont die Medizinerin.

Denn Hantaviren werden vornehmlich durch Mäuse übertragen. Und davon gibt es in diesem Jahr sehr viele. Vor allem Rötelmäuse, die in Buchen- und Mischwäldern sowie in waldnahen Gärten leben, gelten als Überträger der bei uns verbreiteten Virentypen.

Anstecken kann man sich, wenn man auf Dachböden, in Schuppen, Ställen oder Garagen mit Mäusekot oder Urin in Kontakt kommt. Die Viren können am Staub haften und unbemerkt eingeatmet werden. Auch über den Kontakt mit kleinen Hautwunden und in seltenen Fällen durch Bisse kann man sich anstecken.

Die Inkubationszeit beträgt etwa 12 bis 21 Tage. Die typischen Symptome sind grippeähnlich, mit Fieber, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Kopfschmerzen. Wer solche Beschwerden hat und Kontakt zu Mäusen oder deren Hinterlassenschaften hatte, sollte den Arzt informieren, dass es einen möglichen Zusammenhang geben könnte, empfiehlt Karin Müller. „Wenn dann keiner daran denkt, kann es fatal sein“, mahnt die Medizinerin. Denn in einigen Fällen, von denen es auch in Kassel in diesem Jahr bereits zwei gab, könne eine Infektion mit Hantaviren zu einem schweren Nierenversagen führen.

Wobei es auch diesen Patienten glücklicherweise inzwischen wieder besser gehe. (hei)

Quelle: HNA

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