Kabarett-Ensemble „Die Distel“ kommt mit neuem Programm nach Gudensberg

Vorsitzende küsst man nicht

Wiedervereinigung mal umgedreht: Das Kabarett-Ensemble Distel zeigt in Gudensberg sein neues Programm. Foto: nh

Gudensberg. Das Kabarett-Ensemble „Die Distel“ aus Berlin kommt mit seinem Programm am Samstag, 13. November, in den Bürgersaal nach Gudensberg. Die schrille Ossi-Wessi-Fiktion „Staatsratsvorsitzende küsst man nicht“ beginnt um 19.30 Uhr.

Die Distel war nie ein Mauerblümchen. Zwanzig Jahre nach dem Zerfall jenes Bauwerks spitzt sie ihre Ohren. Das Ensemble präsentiert einen eigenen und doch ganz aktuellen Rückblick auf die deutsch-deutsche Geschichte.

Einheit verkehrt

Sie zeigen die Einheit spiegelverkehrt: rote Fahnen wehen auf dem Reichstag und die Bundesadler sind abgehängt. Nicht die DDR ist der Bundesrepublik, sondern die Bundesrepublik ist der DDR beigetreten.

Der Westen ist immer noch nicht ganz integriert. Ostdeutsche Aufbauhelfer greifen ein. Manches wurde schon erreicht: Die Wahlbeteiligung liegt bei 115,7 Prozent. Der Kölner Dom wurde abgerissen und in Plattenbauweise neu errichtet. Und Dynamo München wird Oberliga-Meister. Doch für die Wiedervereinigungs-Parade am 3. Oktober soll ein überwältigender Zuschauerjubel organisiert werden. Verantwortlich: ein standfester Funktionär, eine schon reichlich frustrierte Wessi-Genossin und ein klassischer DDR-Lebenskünstler. Und dann stellt sich das Trio vor, damals hätte nicht die DDR, sondern der schwächelnde Westen „gewonnen“ … Ein dreist verdrehter Blick auf die deutsch-deutsche Geschichte – für West und Ost, Nord und Süd, jung und alt, heißt es in der Mitteilung der Veranstalter.

Eintritt: Vorverkauf 15 Euro, Abendkasse 18 Euro, Schüler und Studenten zahlen 13 Euro. (red)

• Vorverkaufsstellen: Bürgerbüro Gudensberg, Tel. 05603/9330; Buchhandlung Schwarz auf Weiß, Tel. 05603/3638

Quelle: HNA

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