Studie über Ausgrenzung von Menschen: Abwertung findet mitten in der Gesellschaft statt

Vorurteile werden lange gehegt

Podiumsgespräch: Von links Referentin Prof. Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein, Bezhazad Borhani von der Hessischen Sportjugend und Grete Schläger vom Beratungsnetzwerk Hessen. Foto: Mangold

Schwalm-Eder. Die Ursache von Vorurteilen liege in der Unterscheidung von Menschen: „Hier sind wir, und dort sind die Anderen“, erläuterte Dr. Beate Küpper, Professorin für Sozialpsychologie der Hochschule Niederrhein, die Ergebnisse einer Studie über „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland“. In einer Veranstaltung des Projektes „Gewalt geht nicht“ des Schwalm-Eder-Kreises im Sparkassen-Dienstleistungszentrum Homberg stellte sie die Studie vor.

Wer ein bisschen anders aussähe, würde gleich der Gruppe der Fremden zugeordnet. Die Schubladen, in die wir andere einordnen, hätten oft eine lange Geschichte und basierten auf historisch überlieferten Stereotypen. Die Studie der Universität Bielefeld zeige, dass Vorurteile wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie, Islamfeindlichkeit sowie die Abwertung von Behinderten, Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen zusammenhängen. Feindselige Einstellungen richteten sich meist nicht nur gegen eine Gruppen.

Die Einstellungen der Bevölkerung spielten eine wichtige Rolle für rechtsextreme Handlungen, erklärte die Professorin. Wenn es in der Bevölkerung ein gesellschaftliches Klima der Verharmlosung gegenüber der Ausgrenzung von Menschen anderer Herkunft gebe, würden rechtsextreme Handlungen begünstigt.

Helfen könnten die Ablehnung von Menschenfeindlichkeit sowie Kontakte. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Fremdenfeindlichkeit abnimmt, wenn aus Fremden Nachbarn, Fußballkameraden und Schulfreunde werden.

An den Vortrag schloss sich ein Podiumsgespräch an, das Stephan Bürger, Leiter des Projektes „Gewalt geht nicht“, moderierte. „Rechtsextreme sind unter uns sozialisiert worden daher sind sie unser aller Problem“, sagte Grete Schläger, Diplom-Pädagogin und Mitarbeiterin des Beratungsnetzwerks Hessen.

Brandschutz in Moscheen

Aysel Özdemir, Integrationsbeauftragte der Hessischen Jugendfeuerwehr, berichtete unter anderem darüber, wie sie in Moscheen über Brandschutz aufklärt und mit Seminaren für interkulturelle Öffnung sensibilisiert. Yasemin Bicer von der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Borken bemüht sich um den Dialog von muslimischen und christlichen Frauen und Behzad Borhani von der Sportjugend Hessen informierte über Integration durch Sport. ARTIKEL UNTEN

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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