Angeklagter zahlte vereinbarte Summe nicht und hielt die Räumungsfrist nicht ein

Vorwurf: Betrug beim Hauskauf

Treysa. Wegen Betrugs musste sich gestern ein 53-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Im Juni 2008 hatte der gebürtig aus Kassel stammende Mann mit einem Ehepaar aus dem Altkreis Ziegenhain einen notariellen Kaufvertrag über ein Haus mit Grundstück unterzeichnet, und das, obwohl ihm von vornherein klar gewesen sei, dass er die vereinbarte Kaufsumme von 50 000 Euro nicht aufbringen konnte, so der Vorwurf der Anklage.

Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt war es bereits zu einem Vergleich beider Parteien gekommen. Der Angeklagte hatte sich dazu verpflichtet, das Haus bis Ende September 2010 zu räumen und das Grundstück an die Hausverkäufer zurückzugeben.

Danach hatte der 53-Jährige einen Antrag auf Räumungsschutz gestellt, weil der Zeitraum, um für sich und seine Tiere eine geeignete Bleibe zu finden, zu knapp sei. Ihm wurde eine Räumungsfrist bis Ende November 2010 eingeräumt. Auch diese ließ er verstreichen.

Noch heute bewohne der Angeklagte das Grundstück, ohne dafür zu zahlen, berichtete der 48-jährige Hausverkäufer. Das Geld für eine Räumungsklage könnten er und seine Frau nicht aufbringen.

Der 53-jährige Angeklagte gab sich vor Gericht betont gelassen. „Mein Anwalt hat mir geraten, nichts zu sagen“, erklärte er zu Beginn der Verhandlung.

„Wir hatten unser Haus über eine Maklerin zum Verkauf angeboten“, berichtete der Hausverkäufer. Es sei zu einer Besichtigung mit dem Angeklagten gekommen. Man habe sich geeinigt. „Für Haus und Grundstück waren 50000 Euro vereinbart“, sagte er. Das Geld sollte vierteljährlich in Raten bis zu 10000 Euro gezahlt werden. Dabei seien er und seine Frau immer wieder vertröstet worden.

Mit Hilfe eines Anwalts habe man sich auf eine Kostenentschädigung von 500 Euro festgelegt.

Zwei Mal habe der Angeklagte Geld überwiesen, allerdings nicht die gesamte Summe. Er habe Mietminderung geltend gemacht. „Die Versicherung müssen wir noch bezahlen“, sagte der Hausverkäufer.

Verhandlung vertagt

Zu einem Urteil kam es gestern nicht. Der Anwalt des Angeklagten stellte mögliche Barzahlungen seines Mandanten an die Ehefrau des Hausverkäufers in den Raum und beantragte eine Vertagung. Von Amts wegen wird ein neuer Termin einberaumt. Zu diesem soll auch die Ehefrau des Hausverkäufers als Zeugin gehört werden.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Kommentare